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Wirtschaftlichkeit und Fazit

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Laut Kostenfeststellung betrugen die Bauwerkskosten (KG 300) 860 €/m² und die Kosten für die technische Ausstattung (KG 400) 370 €/m². Die Gebäudetechnik wurde unter dem Aspekt einer insgesamt kostengünstigen Lösung ausgewählt. Die Wirtschaftlichkeitsbewertung berücksichtigte neben den Investitionskosten also auch die Betriebs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten. Außerdem wurden Wechselwirkungen zwischen den Technologien einbezogen: Beispielsweise erfordert die Nutzung der Abwärme eine Niedertemperaturheizung, Radiatoren sind nicht möglich. Zentrales Entscheidungskriterium beim Energiekonzept war aber immer die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität – und der Produktivität. Für Planung und bauliche Umsetzung wurden keine Fördermittel in Anspruch genommen. Lediglich das anschließende Monitoring wird mit Forschungsgeld unterstützt.

Fazit

Das Gebäude hat durch die Sanierung und Erweiterung optisch und funktional gewonnen. Die großzügige natürliche Belichtung mit Blendschutz sowie das Kühlkonzept bieten den Nutzern eine hohe Arbeitsplatzqualität. Durch das besondere Engagement des Bauherrn und dessen Interesse für das Thema Energieeffizienz kombiniert das Projekt viele innovative Ideen. Beispielsweise kamen die Deckenkühlpaneele in diesem Gebäude zum ersten Mal zum Einsatz. Der Energieverbrauch liegt vergleichsweise gering – erreicht allerdings nicht die Zielwerte der Planung.

Niedrigexergie-Konzepte können nur funktionieren, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen. Fehler bzw. Abweichungen in Planung oder Ausführung wiegen bei so geringen Energiewerten doppelt und können das ganze Konzept in Frage stellen. In diesem Beispiel wurde die Fußbodenheizung unterdimensioniert und auch die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage, die einkalkuliert war, um die Heizlast zu senken, erreicht nicht die geplante Effizienz. Deshalb ist es nicht möglich, das Gebäude überwiegendüber die Abwärme der Druckmaschinen zu beheizen. Glücklicherweise kann der im Bestand noch vorhandene Heizkessel zusätzliche Heizwärme bereitstellen, ansonsten wäre eine teure Nachrüstung notwendig gewesen.
Die Kühlung über Nachtlüftung und Erdsonden schafft im Sommer ein angenehmes Innenraumklima. Ausführungs- aber auch Auslegungsfehler verschlechtern allerdings ihre Effizienz. Das Projekt zeigt, dass für den Erfolg energieeffizienter Gebäude ein enges Zusammenwirken aller Beteiligten wichtige Voraussetzung ist. Bauherren, Planer und Ausführende müssen von Anfang an gemeinsam das Ziel „Energieeffizienz“ verfolgen. Kurze Informationswege und auch die Möglichkeit, auftretende Fehler direkt zu besprechen, erleichtern es, hoch gesteckte Planungsziele im realen Betrieb auch zu erreichen. Ein Monitoring in den ersten Betriebsjahren unterstützt entscheidend dabei, die Effizienz zu steigern und Fehler aufzudecken.

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Adressen

Bauherr/Projektadresse
E & B Engelhardt & Bauer

Energiekonzept
Fraunhofer ISE

Monitoring
KIT-fbta

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