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Abb. 2: Von der Planung bis in den Betrieb: Funktionale Qualitätssicherung im Web 2.0
© IGS, TU Braunschweig
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Erweitertes Gebäudemonitoring

Wie effektiv, wirtschaftlich und dauerhaft sind Maßnahmen zur energetischen Betriebsoptimierung von Gebäuden in der Praxis? Zur Beantwortung dieser Frage müsste eine Vielzahl von Daten aus dem realen Gebäudebetrieb ausgewertet werden. Mit dem Energie- Navigator ist eine Arbeitsplattform entstanden, mit der sehr heterogene Daten in einfacher Weise einheitlich archiviert und analysiert werden können. Voraussetzung für einen energetisch optimierten Gebäudebetrieb ist jedoch seine effektive Einregulierung beim Übergang in die Nutzungsphase - genauso wie eine wirksame Betriebs- und Verbrauchsüberwachung.

Die Verbrauchsüberwachung steht und fällt mit den für einen Soll-Ist-Vergleich verfügbaren Daten. Für diesen Vergleich sind die Anforderungen an die technischen Gebäudefunktionen bereits während der Planung präzise zu definieren und zu dokumentieren. Dies mit einer einheitlichen Arbeitsoberfläche und standardisierten Funktionen, Bibliotheken und Textsequenzen zu ermöglichen, ist der Grundgedanke des Energie-Navigators. Denn bisher sind die Planungsmittel für technische Funktionen nicht umfassend normiert. Gebäudetechnische Funktionsbeschreibungen werden bis heute mit den gerade verfügbaren Werkzeugen und nach eigenem Sprachgebrauch beschrieben. So legt der Planer die erforderlichen Angaben fest und stellt sie dem Errichter der Anlage als frei formulierten Erläuterungstext mit Detailinformationen im Tabellenformat sowie als Zeichnung zur Verfügung. Zur Ausführung gelangt jedoch nur, was der Errichter von den technischen Beschreibungen versteht oder ggf. aus Kostengründen vereinfacht – d.h. oft eine recht freie Interpretation der Planung. Und er nutzt die ihm verfügbaren Informationen für die Programmierung der Gebäudeautomation. Wie diese im Detail aussieht, ist für Fachplaner und den Bauherrn weder ersichtlich noch im Detail nachprüfbar. Eine Fortschreibung der Funktionsbeschreibungen aus der Planung erfolgt damit nicht, sodass im Gebäudebetrieb kein Vergleich zwischen der Planungsvorgabe und dem derzeitigen Verbrauch möglich ist.

Fazit: An den Schnittstellen zwischen Planung, Bau und Betrieb und dem damit einhergehenden Wechsel der Werkzeuge und sprachlichen Gepflogenheiten gehen Informationen verloren. So steht für die Kontrolle der Gebäudefunktionen im Betrieb letztendlich keine präzise Leistungsbeschreibung zur Verfügung.

Gebäudefunktionen - bauliche und technische Merkmale

Zu dem in der Forschung und TGA üblichen Begriff der Gebäudefunktionen zählen zunächst die Lage und städtebauliche Einordnung, die architektonische Typologie, die Zahl der Geschosse und Art der Erschließung sowie das Konstruktionsprinzip und die eingesetzten Materialien. Die technischen Merkmale sind die der technischen Gebäudeausrüstung wie Heizung, Kühlung, Lüftung sowie Beleuchtung und Sonnenschutz. Diese Gebäudefunktionen bestimmen maßgeblich die thermische Behaglichkeit und den Komfort des Gebäudes im Betrieb – und natürlich seinen Energieverbrauch. Die Gebäudeautomation schließlich steuert diese Funktionen bzw. deren technische Anlagen mit komplexen rechnergestützten Regelalgorithmen und Verknüpfungen. Sie kann den thermischen Komfort eines Gebäudes verbessern und gleichzeitig den Energieverbrauch auf das unbedingt notwendige Maß reduzieren.

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