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Abb. 5: Regionshaus Hannover – Datenevaluierung von Planung bis Betrieb
© Bilfinger Berger

Abb. 6: Headquarters Solon SE – Optimierung im Gebäudebetrieb
© SOLON/myrzik & jarisch
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Energie-Navigator im Praxistest

Der Energie-Navigator wird seit April 2008 entwickelt und in der Anwendung getestet. Das Werkzeug wird derzeit in drei Gebäudekomplexen eingesetzt, die als Neubau- und Sanierungsvorhaben unterschiedliche Erprobungsfelder bieten. Zwei von ihnen sind im Folgenden beschrieben. So eignet sich das Regionshaus Hannover aufgrund umfangreicher verfügbarer Messdaten besonders zur Evaluierung der Arbeit mit Speicherdaten, während der Hauptsitz der Solon SE mit dem Energie-Navigator im Betrieb optimiert wird. Im Zentrum des Praxistests steht neben der energetischen Betriebsoptimierung der Gebäude die Weiterentwicklung des Werkzeugs selbst. Bis Ende 2011 sollen die umfangreichen Erfahrungen der Anwender vorliegen.

Neues Regionshaus Hannover

Mit dem Regionshaus Hannover wurde erstmals ein EnOB-Gebäude in Public Private Partnership realisiert und dabei ein Primärenergiebedarf für Heizen, Kühlen, Lüften und Beleuchtung mit maximal 100 kWh/m²a als Ziel vertraglich festgelegt. Mittels Gebäudeleittechnik und auf Basis eines umfassenden Messkonzepts können die Gebäudefunktionen online überwacht werden. Bereits im ersten Jahr der Nutzung konnte ein Primärenergieverbrauch von rund 80 kWh/m²a erreicht werden (vgl. auch das BINE Projektinfo 06/2009 „Energieeffizienz im öffentlichen Neubau“). Die wissenschaftliche Begleitung und das umfassende Monitoring während der Entwicklung, Errichtung und Inbetriebnahme des Gebäudes haben eine hohe Dichte an Vergleichsdaten für die energetische Optimierung erbracht. Dieser „historische Betriebsdatenspeicher“ wird derzeit mit dem Energie-Navigator auf Funktionsfehler getestet.

Solon SE – Hauptverwaltung

Auch für die Hauptverwaltung des Solarherstellers SOLON wurde ein Primärenergiebedarf von weniger als 100 kWh/m²a angestrebt und darüber hinaus weitere Ziele formuliert. So wurde bei der Entwicklung der Gebäudehülle neben guten Dämm- und Klimaeigenschaften Wert auf einen geringen Energieaufwand für die Herstellung gelegt. Die komplett vorgefertigte Holz-Element- Fassade mit sehr gutem Wärme- und Sonnenschutz reduziert die von außen einwirkenden Heiz- und Kühllasten so weit, dass auf konventionelle Heiz- und Kühltechnik weitgehend verzichtet werden kann. Die Büro- und Produktionsgebäude haben unterdessen ihren Regelbetrieb erreicht. Dabei weist das Bürogebäude einen Primärenergieverbrauch für den Betrieb von ca. 75 kWh/m²a auf. Er ist das Ergebnis einer intensiven Einregulierung im ersten Jahr der Nutzung, nach der das Gebäude nun weiter ganzheitlich evaluiert wird. In diesen Prozessen kommt der Energie-Navigator zum Einsatz.

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