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Abb. 3: Visualisierung und Prüfung von Gebäudefunktionen per Carpet Plot oder Liniendiagramm
© synavision GmbH

Abb. 4: RLT-Anlagen des Solon-Gebäudes im Anlagenschema
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Arbeitsplattform verknüpft Planung, Bau und Controlling

Der Energie-Navigator stellt als Arbeitsplattform für alle beteiligten Akteure – vom Planer und Techniker bis zum Facility Manager – optimale Gebäudefunktionen vom Beginn der Planung bis zum Ende der Nutzungsphase sicher. Bereits während der Konzeptentwicklung für die technische Gebäudeausrüstung können deren Ziele und Funktionen definiert und kontinuierlich dokumentiert werden. In der Bauphase erhält der Errichter der Gebäudeautomation ebenfalls Zugang zur Internet-Arbeitsplattform. Nach den dort hinterlegten Vorgaben führt er die Steuer-, Mess- und Regelungstechnik aus. Die Projektdaten werden anschließend um die von ihm eingerichteten Sensoradressen der Gebäudeautomation ergänzt. So sind für den Gebäudebetrieb sowohl die Zielvorgaben klar definiert als auch alle Funktionsvorgaben mit den Messwerten des Betriebs verknüpft.

Im Betrieb schreibt die Gebäudeautomation die Messdaten in einen historischen Datenspeicher, auf den das Monitoring zugreifen kann. Der Energie-Navigator verknüpft diese Ist-Werte mit den vordefinierten Funktionen und vergleicht sie mit den entsprechenden Soll-Werten der Planung. Dadurch erfolgt eine automatisierte Analyse und Fehlererkennung. Der mit der Betriebsüberwachung beauftragte Techniker erhält – ebenfalls über das Internet – präzise Information zu Fehlfunktionen und kann die Problemlösung zielgerichtet veranlassen. Neben dem Vergleich von tatsächlichen Gebäudefunktionen mit Planungsvorgaben werden im Betrieb oft zusätzliche Erkenntnisse über die Eigenschaften des Gebäudes gewonnen. Einzelne Funktionen werden entsprechend angepasst und optimiert. Im Energie-Navigator können diese Veränderungen dokumentiert werden. So wird die Dokumentation der Gebäudefunktionen aktuell gehalten und kann kontinuierlich überprüft werden.

Standardisierte Funktionsbeschreibungen

Ein zentraler Baustein der Software ist die Sprache zur Beschreibung von Gebäudefunktionen. Sie ermöglicht es den Ingenieuren, in der Planung präzise und standardisierte Funktionsbeschreibungen zu erstellen. Das Sprachkonzept umfasst hierzu Hilfsmittel für die Modellierung von Funktionen, Kennlinien, Zeitprogrammen und Metriken. In Planung, Bau und Betrieb können sie in Zusammenarbeit mit den Errichtern der technischen Anlagen – insbesondere der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik – und später den Facility Managern fortgeschrieben werden. Im Betrieb dient sie dann der Überwachung der Gebäudefunktionen. Ihre Vorteile liegen vor allem in der Eindeutigkeit der Beschreibung und der Möglichkeit zur automatischen Prüfung mit angeschlossenen Arbeitsabläufen in elektronischen Ticketsystemen oder Visualisierungswerkzeugen. Der sonst übliche kosten- und zeitintensive Zusatzaufwand für die Gebäudemodellierung als Grundlage eines Monitorings kann entfallen. Sämtliche Funktionen stehen über das Internet allen Akteuren auf einer einzigen Plattform zur Verfügung.

Projektinfo 14/2010:
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