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Kompost- und Klärwerke werden sparsamer

Die Abfallwirtschaft hat sich von einer Beseitigungswirtschaft immer stärker in Richtung Kreislaufwirtschaft mit hohen Wiederverwertungsanteilen entwickelt. Damit verbesserte sich auch ihre Energiebilanz durch die Wiedergewinnung und Nutzung energieintensiver Wertstoffe.

Vor allem Altpapier, Altglas, Verpackungen und Bioabfall werden als Wertstoffe verstärkt getrennt erfasst und genutzt. Das schont Rohstoffe, vermindert den Einsatz von Primärenergie und spart somit CO2-Emissionen. Dazu trägt auch der Einsatz von kohlenstoffreichen Abfallfraktionen als Ersatzbrennstoff bei, beispielsweise für Zementwerke und Industriebetriebe.

Durch die Entwicklung verbesserter Behandlungsprozesse und Anlagen können die Betreiber die Energieeffizienz der Abfallwirtschaft weiter verbessern. Kompostwerke verarbeiten den organischen Abfall aus der Biotonne. Sie verbrauchen Energie insbesondere für die mechanische Belüftung während des Kompostierungsprozesses. Ein neues Verfahren ermöglicht es, in den Werken auch Energie zu gewinnen. Dazu wurde unter Beteiligung der Forscher aus Aachen eine innovative Kombination von Kompostierung und Vergärung entwickelt: Zuerst trennt eine Schneckenpresse organische Bestandteile aus dem vorbehandelten Bioabfall ab. Diese werden in der Biogasanlage zur Energieerzeugung genutzt. Der verbleibende feste Anteil wird kompostiert. Durch diese Vorbehandlung und Trennung können die Werke mit den vorhandenen Anlagen mehr Material verarbeiten. Zugleich reduziert sich der spezifische Energieverbrauch pro Tonne Bioabfall dabei um 10 bis 15%.

Auch die Reinigung von kommunalem Abwasser ist energieintensiv. Gegenwärtig verursachen Klärwerke fast ein Drittel der Stromkosten für kommunale Infrastruktur. Etwa ein Prozent des europäischen Stromverbrauchs geht auf ihr Konto. Im europäischen Forschungsvorhaben Powerstep arbeiten 15 Partner daran, dies zu ändern. Die Forschungseinrichtungen und Unternehmen wollen Kläranlagen, die bisher zur Abwasserreinigung noch Energie benötigen, umrüsten und zu Energieerzeugern machen. Die Forscher erwarten, dass sich Strom in der Größenordnung von bis zu 12 großen Kraftwerken erzeugen lässt, wenn alle europäischen Klärwerke umgerüstet sind und das chemische Energiepotenzial von 87.000 GWh pro Jahr genutzt werden kann.

Projektinfo 15/2016:
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Adressen

Koordination, Modifizierung von Prozessabläufen in MA und BA
RWTH Aachen, IAR

Betreiber der MBA-Anlage, Versuchsdurchführung
MKW

Entwicklung Abluftreinigungsanlage
PlasmaAir AG

BINE-Projektinfo 15/2016
(PDF, 4 Seiten, 289 kB)

Infotipps

Kompost und Biogas kombinieren
BINE-Projektinfo 17/2014

Deponiegas sauber nutzen
BINE-Projektinfo 11/2014

Links

ASA e. V.
Arbeitsgemeinschaft Stoffspezifische Abfallbehandlung (ASA) e. V.

powerstep.eu
Homepage des Projekts Powerstep

Abfälle nachhaltig nutzbar machen
youtube-Video zur MBA St. Pölten, Österreich

Klimaschutzpotenziale der Abfallwirtschaft
Hintergrundinformationen vom Server des Umweltbundeamtes

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.