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Ergebnisse

Mit dem Bauvorhaben wurde Neuland betreten, da ein nach Passivhauskonzept errichtetes Bürogebäude in dieser Größe bisher einmalig ist. Die integrale Planung war Voraussetzung für den kostengünstigen und energieeffizienten Bau, der nach Baukostenindex im mittleren Bereich der für konventionelle Bürogebäude üblichen Kosten liegt, trotz einer auch im Innenausbau anspruchsvollen Ausstattung. Genaue Planung, Vorfertigung und eine intensive Qualitätskontrolle ermöglichten eine nahezu wärmebrückenfreie, sehr luftdichte Gebäudehülle – Voraussetzungen für ein gut funktionierendes Passivhaus. Ausstattungsqualität und thermischer Komfort dienen dem Investor als  Vermietungsargument. Im Mietvertrag wird außerdem eine Obergrenze für Nebenkosten zu Heizung, Kühlung und Belüftung von 0,75 €/m² garantiert. Mit 12 €/m² liegen die Mietkosten für örtliche Verhältnisse allerdings relativ hoch. Bei Fertigstellung des Gebäudes Ende 2002 standen in Ulm viele Büroimmobilien leer; entsprechend schwierig gestaltete sich die Vermietung. 2004 stieg der Anteil vermieteter Fläche von anfangs 31% auf 60% am Jahresende. 2006 liegt er bei 80%.

Für ein neues Bauprojekt überlegt die Stiftung, wieder auf den Passivhaus-Standard zu setzen. Die Betonkerntemperierung mit den Erdwärmesonden als Wärmesenke und –quelle hat sich zur Kühlung und Beheizung des Gebäudes bewährt. Der Passivhaus-Standard bietet dafür sehr gute Voraussetzungen, da aufgrund der geringen Wärmeverluste die Bauteiltemperaturen nur sehr geringfügig von der Raumsolltemperatur abweichen müssen. Auch über Nacht kühlt das Gebäude nicht wesentlich ab, was eine morgendliche Aufheizphase überflüssig macht. Im Kühlfall erlaubt die Betonkerntemperierung eine Lastunterbrechung für viele Stunden am Tag, in denen die Kälteleistung der Erdwärmesonden zur Kühlung der Zuluft genutzt wird. Die Abfuhr der in den Bauteilen zwischengespeicherten überschüssigen Raumwärme erfolgt dann über Nacht. Das erspart zusätzliche Kompressionskältemaschinen oder technische Kältespeicher zur Spitzenlastabdeckung.

Das Gebäude benötigt für Heizen, Kühlen und Hilfsstrom mit der aktuellen Auslastung nur etwa 25% der Endenergie eines konventionellen Bürogebäudes. Mit einem Heizenergieverbrauch von 34,6 kWh/m²a im Jahr 2005 liegt es allerdings deutlich über dem berechneten Bedarf und den Passivhaus-Anforderungen. Hier fehlen vor allem die internen Gewinne, die eine vollständige Belegung des Gebäudes mit sich bringen würde. Um den Erfolg des Projekts endgültig zu beurteilen, muss man die Werte aus Jahren mit vollständiger Vermietung abwarten. Ein Langzeit-Monitoring über weitere 5 Jahre wird die Datenbasis liefern.

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"Bauteilaktivierung im Überblick"
(STZE, 12 S., 1,8 MB)

"Detaillierte Analyse BKT"
(3 S., 487 kB)

"Gebäudekühlung..."
(STZE, 19 S., 778 kB)

"Ergebnisse Erdwärmesonden"
(BINE, 1 S., 95 kB)

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Forschungsinitiative EnOB

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