.

Projektinfos  – Energieforschung konkret

Kurzcharakteristik lesen
Projektinfos abonnieren

© Truma Gerätetechnik GmbH & Co KG
Flüssiggas-betriebenes System für autarke Stromversorgung
Projektinfo 10/2011
1 / 6

Bordstromversorgung mit Brennstoffzellen

Der Motor des Wohnmobils verstummt, das Tagesziel ist erreicht, das Landschaftspanorama perfekt. Die Stille wird nur durch Naturgeräusche wie das Zirpen einer Grille unterbrochen. Und dann, weit weg von der nächsten Steckdose, erst mal auf dem Laptop die E-Mails checken und die Route für den nächsten Tag planen. Die nötige elektrische Energie wird von der bordeigenen Brennstoffzellenanlage leise und abgasarm erzeugt. Sie sorgt dafür, dass die Bordbatterie immer genug Saft hat. Die neuen Brennstoffzellen-Hybrid-Systeme sind nun dank der geförderten Forschungs- und Erprobungsarbeit marktreif.

Ein Brennstoffzellen-System ist in Freizeitfahrzeugen eine Alternative zu herkömmlichen Stromerzeugungs- und Speichermöglichkeiten: Brennstoffzellen produzieren um den Faktor 2 bis 5 effizienter Strom als die Kombination von Verbrennungsmotor und Lichtmaschine. Als Betriebsmittel dient Flüssiggas. Solche Systeme versorgen nicht nur Campingfahrzeuge, sondern auch Boote und Hütten sowie Verkehrstechnik und Messapparate abseits vom öffentlichen Stromnetz mit elektrischer Energie. Moderne „Nomaden“ wünschen sich auch unabhängig von Campingplätzen einen hohen Komfort, verbunden mit der Nutzung elektrischer Geräte wie Klimaanlagen, Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Kompressor-Kühlboxen. Die neue Bordstromversorgung (APU – Auxiliary Power Unit) wurde eigens entwickelt für die speziellen Anforderungen im Freizeitbereich mit sporadischer Nutzung an Wochenenden oder im Urlaub; sie verkraftet gleichermaßen Dauer- und Kurzzeiteinsätze sowie monatelange Stillstandzeiten.

arrow
arrow

Das Brennstoffzellengerät wird in Verbindung mit der Bordbatterie als Hybridsystem eingesetzt. Der Betrieb ist unabhängig von Sonneneinstrahlung und Tageszeit und verursacht nur sehr geringe Lärm- und Abgasemissionen. Das System hebt sich damit von Photovoltaikanlagen oder Generatoren ab. Die Brennstoffversorgung ist dank der weit verzweigten Flüssiggas-Infrastruktur sehr gut. Speziell im Campingbereich ist Flüssiggas Stand der Technik und wird zum Kochen, Heizen und Kühlen genutzt.

Eine Lebensdauer von mindestens 3.000 Betriebsstunden wird erwartet. Das entspricht 750 Einsatztagen mit jeweils vier Betriebsstunden. Umgerechnet auf die durchschnittliche Nutzungsdauer von Freizeitfahrzeugen – 20 bis 50 Tage pro Jahr – ergibt sich somit ein langjähriger Verwendungszeitraum für das System.

Der Freizeitbereich eignet sich gut für die Verbreitung des Brennstoffzelleneinsatzes, da die Energieerzeugung weniger preissensibel ist als im häuslichen Alltag. Der Hersteller beziffert die Stromerzeugungskosten mit etwa 0,50 €/kWh (abhängig von den Kosten der Flüssiggas- Flaschenfüllung) – ein auf Campingplätzen durchaus marktüblicher Preis für elektrische Energie.

Merkzettel

BINE-Abo

Publikation abonnieren

Adressen

Projektpartner
Fraunhofer ICT-IMM

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu den Projekten

0327174
0327770 A,B,C
03BS102 C
03BS201

03BS210