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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Meeresströmungs-Kraftwerk vor der Küste Englands. Zur Wartung wird der Rotor aus dem Wasser gehoben.
Deutsch-britisches Projekt Seaflow
Projektinfo 04/2004
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Seaflow - Strom aus Meeresströmungen

Die Gezeitenströmung des Meeres ist eine unerschöpfliche Energiequelle, die bisher noch kaum genutzt wird. Dabei hat sie im Vergleich zu Sonnen- und Windenergie einen unschätzbaren Vorteil: Sie ist ein verlässlicher Energielieferant. Ebbe und Flut wechseln kontinuierlich und berechenbar.

Bislang wurden vereinzelt Kraftwerke gebaut, die den Tidenhub mit einer Staumauer und konventionellen Turbinen zur Stromerzeugung nutzen. Es finden sich jedoch weltweit nur wenige Meeresbuchten und Flussmündungen, an denen man einen ausreichenden Tidenhub vorfindet. Zudem sind mit dem Stauwerk meist gravierende Eingriffe in die Umwelt verbunden.

Seit Sommer 2003 trotzt ein neuartiges Kraftwerk den rauen Bedingungen der Nordsee. Die Pilotanlage vor der Küste Nord Devons ähnelt einer Windenergieanlage – doch der Rotor dreht unter Wasser, angetrieben von dem ständigen Wechsel der Gezeiten. Die neuartige Turbine überstand den Winter sowie einige Stürme unbeschadet. Als Pilotanlage liefert sie wertvolle Daten für die Entwicklung künftiger Meeresströmungs-Kraftwerke.

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Frei umströmte Turbinen, die die Bewegungsenergie von Meeresströmungen nutzen, können an zahlreichen Standorten eingesetzt werden. Sie beeinflussen die Umwelt nur in geringem Maße. Die Technologie wurde von einem internationalen Konsortium unter Leitung des britischen Ingenieurbüros IT Power in dem Projekt „Seaflow“ entwickelt. Bei der Konstruktion zentraler Bauteile stand das Know-how deutscher Windenergieanlagen-Experten Pate. Rotor, elektrisches System, Steuerung und Regelung der Anlage wurden am Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) in Kassel in Zusammenarbeit mit Komponentenherstellern entwickelt und optimiert.

Das britisch-deutsche Projekt wird von der Europäischen Kommission, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und vom Britischen Department for Trade and Industry gefördert.

Merkzettel

Adressen

Projektleitung
ISET, Uni Kassel

Kooperationspartner
LTi ReEnergy GmbH