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Abb 2: Temperaturklassen an der Oberfläche des Muschelkalks (1.000 m – 4.200 m Tiefe) im nördlichen Oberrheingraben
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Abb 3: Temperaturanstieg in den beiden Bohrungen
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Geologie des Oberrheingrabens

Am Oberrhein hat die Nutzung natürlicher Warmwasservorkommen eine lange Tradition: Die vier Thermal-Heilbäder Freiburg, Bad Krozingen, Badenweiler und Bad Bellingen nutzen Thermalwässer aus verschiedenen Schichten, wie dem Oberen Muschelkalk, dem Jura oder dem Buntsandstein. Die Geologie der Region zwischen Worms und Basel bietet für eine geothermische Wärme- und Stromerzeugung besonders günstige Voraussetzungen: Während andernorts die durchschnittliche Temperaturzunahme mit der Tiefe 30 °C pro km beträgt, fällt dieser Temperaturanstieg am Oberrhein deutlichhöher aus. Hier sind die höchsten Temperaturgradienten in Deutschland zu finden (Abb. 2). In Landau beträgt der Gradient im Mittel 47 °C/km, wobei dieser Wert in1.200 m Tiefe bereits 100 °C erreicht (Abb. 3).Landau weist damit eine der „wärmsten“ Bohrungen in Deutschland auf. Auch an anderen Orten im Oberrheingraben sind geothermische Anlagen in Planung. Diese vergleichsweise hohen Temperaturen in geringer Tiefe bieten sich auch für die geothermische Stromerzeugung an. Hierfür ist mindestens eine Temperatur von 100 °C erforderlich (z. B. Anlage in Neustadt-Glewe), aber höhere Temperaturen steigern die Effizienz der Kraftwerksverfahren und damit die Stromproduktion. Anders als in Norddeutschland oder im Voralpenraum birgt die geologische Beschaffenheit des Oberrheingrabens aber auch höhere Fündigkeitsrisiken. Grund dafür ist dessen in viele Einzelblöcke zerbrochene Struktur.

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