Ergebnisse und Perspektiven
Der Zirkulationstest (Abb. 9) verlief erfolgreich und hat die Planungsannahmenbestätigt. Die Temperatur des Wassers liegt mit knapp 160 °C fast zehn Grad über dem prognostizierten Wert. Die Fließrate ist ausreichend und die Nachhaltigkeit des Reservoirs wurde nachgewiesen. Sechs Beobachtungsstationen in einem Radius von etwa drei Kilometern um den Standort sind seit den Zirkulationstests in Betrieb und sollen auch später alle mikroseismischen Aktivitäten aufzeichnen. Mit dem Projekt Landau ging erstmalig im Oberrheingraben ein geothermisches Heizkraftwerk ans Netz. Die Bohr-, Bau- und Betriebserfahrungen aus Landau liefern wichtige wissenschaftliche und technische Grundlagen für die Geothermie. Eine zentrale Voraussetzung für eine verstärkte geothermische Wärmenutzung ist der Neu- und Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen. Bei Wärmenetzen steigen die Kosten mit den Entfernungen, sodass aus wirtschaftlichen Gründen die räumliche Nähe zu den Wärmeabnehmern unabdingbar ist. Geothermisch erzeugter Strom lässt sich auch im Grundlastbereich einsetzen. Für den geplanten weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland ist dies von Vorteil. Im Rahmen der Energieforschung werden daher Grundlagen und Technologieentwicklungen der Geothermie gefördert, um deren großes Potenzial zu erschließen und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Hauptziel auf dem Gebiet der tiefen Geothermie sind die Reduktion der Kosten bei Exploration und Erbohrung der Reservoire, eine Verminderung des Fündigkeitsrisikos, ein nachhaltiges Reservoir-Management sowie die effektive Umwandlung und bessere Einbindung der geförderten Energie in lokale und regionale Wärmenetze. Die Erfahrungen aus der Anlage Landau tragen dazu bei, diesen Zielen näher zu kommen und zukünftig einen wachsenden Anteil der Energieversorgung Deutschlands aus geothermischen Ressourcen zu decken.
Adressen
Projektnehmer
geox GmbH
Anteilseigner der geox [50%]
EnergieSüdwest AG
Anteilseigner der geox [50%]
Pfalzwerke AG


