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Fazit, Ausblick

Das Forschungsvorhaben konnte für das größte deutsche Dampfnetz einen neuen Weg zur Medienumstellung von Dampf auf Heißwasser aufzeigen. Dieser basiert auf dem Grundprinzip, die vorhandenen Dampf- und Kondensatleitungen weiter zu nutzen. Die Dampfleitungen werden als Heißwasservorlauf, die Kondensatleitungen als  Heißwasserrücklauf verwendet. Die bisher durchgeführten Dampfnetzumstellungen wurden dagegen nach dem Grundsatz durchgeführt, dass ein neues Heißwassernetz das Dampfnetz ersetzt. Diese Methode verursacht einen sehr hohen Investitionsbedarf und ist in innerstädtischen Gebieten aus baulichen und verkehrstechnischen Gründen praktisch nicht durchführbar. Die erfolgreiche Umstellung hat auch dazu geführt, dass für viele andere Dampfnetze die Möglichkeiten geprüft wurden, diese neue Methode zu nutzen. In Salzburg findet sie bereits Anwendung. Auch dort wurden im ersten Umstellungsschritt seit 2005 positive Erfahrungen gesammelt. In der Praxis entstehen dennoch offene Fragen. So gilt es zum Beispiel – wie in allen Dampfnetzen – die Bedeutung direkter Dampfverbraucher abzuschätzen. Denn die Erfahrung zeigt, dass direkte Dampfkunden in vielen Fällen eine Sonderlösung erfordern und/oder zugunsten von Alternativen auf den Dampf verzichten können. Für die Zukunft wird die effiziente Energienutzung auf niedrigen Temperaturniveaus immer wichtiger werden, um die Klimaschutzziele durch CO2-Einsparung erreichen zu können. Für diese Zielsetzung sind Dampfnetze ungeeignet, so dass bei allen noch betriebenen Netzen der Druck zu einer Umstellung weiter steigen wird. Zudem kann die Dampfnetzumstellung eine positive Dynamik für die Ausweitung der Fernwärmeversorgung insgesamt entfalten. Die Ergebnisse des Münchener Pilotprojekts wurden im Rahmen mehrerer Workshops der Fachbranche und anderen Dampfnetzbetreibern vorgestellt. Daraus entstand ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch. Mögliche Spin-off-Effekte betreffen etwa 100 Unternehmen in Deutschland. Hinzu kommt eine Vielzahl weiterer im internationalen Kontext, vor allem in Frankreich und Osteuropa.

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GEF Ingenieur AG

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"Kondensatwirtschaft"
(Basisinformation, 1 S., 15 kB)

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(EuroHeat&Power, 4 S., 1,3 MB)

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(SWM, 2 S., 925 kB)

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