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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Animation des neuen Stadtquartiers in Hamburg-Jenfeld. Ab 2015 werden die ersten Bewohner dort einziehen.
© West 8, Rotterdam
Innovatives Entwässerungs- und Energiekonzept
Projektinfo 09/2014

Die denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Kaserne wurden saniert und bleiben erhalten.
© HAMBURG WASSER

Der Bebauungsplan Jenfeld 23 weist die Wohn-, Misch-, Kern- und Gewerbegebiete (Farben braun bzw. rot und grau) sowie den Betriebshof von HAMBURG WASSER (Farbe blau) im Bereich des Gewerbegebiets aus.
© Freie und Hansestadt Hamburg
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Energie aus Abwasser versorgt Stadtquartier

Nutzt man Abwasser mit Biosubstraten zur Gewinnung von Biogas, so lässt sich dadurch ein Großteil des Strom- und Wärmebedarfs eines Stadtviertels decken. Dies wird auf einem ehemaligen Kasernengelände in Hamburg umgesetzt. Dort entsteht das neue Quartier Jenfelder Au mit circa 770 Wohneinheiten. Das Entwässerungs- und Energiekonzept sieht eine getrennte Ableitung der häuslichen Abwässer schon im Gebäude und die Umwandlung des Schwarzwassers in Biogas vor. Ziel ist eine CO2-neutrale Wärmeversorgung.

Seit dem Spatenstich im Oktober 2013 entsteht in Hamburgs Bezirk Wandsbek derzeit Europas größtes innerstädtisches Wohnviertel, das Abwasserbeseitigung und Energieerzeugung erstmals im größeren Maßstab kombiniert. Das neue Quartier liegt auf dem Areal zweier Kasernen, die 1998 aufgegeben wurden. Im Jahr 2006 fand ein städtebaulicher Wettbewerb zur Entwicklung der Fläche statt. Dabei konnten sich die Stadtteilkonferenz Jenfeld und interessierte Bürger mit eigenen Vorschlägen einbringen. Ein Teil der alten Kasernengebäude steht unter Denkmalschutz und soll gemeinsam mit dem ehemaligen Exerzierplatz als Gesamtensemble erhalten bleiben. Der im April 2011 in Kraft getretene Bebauungsplan „Jenfeld 23“ ist planungsrechtliche Grundlage für die Umsetzung des städtebaulichen Konzepts. Das Entwicklungsgebiet umfasst eine Fläche von rund 35 ha, auf der circa 770 Wohneinheiten, davon 630 im Neubau entstehen sollen – finanzierbarer Wohnraum für rund 2.000 Einwohner. Hinzu kommen begleitende gewerbliche Einrichtungen. Urbane zwei- bis viergeschossige Stadthäuser und Geschosswohnungsbauten werden das Wohnungsangebot in Hamburg-Jenfeld ergänzen.

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Das städtebauliche Konzept sieht Ensembles aus urbanen Stadthaustypen vor, die in unterschiedlicher Weise kombiniert und aneinander gereiht werden. Dadurch soll ein abwechslungsreiches Stadtbild entstehen. Ein Quartierspark mit einem neu angelegten Teich, der auch als Rückhaltebecken für das Regenwasser fungiert, wird das Herz des Viertels bilden und für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen. Die Neubauten müssen die gesetzlichen Standards der Hamburgischen Bauordnung (HBauO) und der Hamburger Klimaschutzverordnung (HambKliSchVO) erfüllen. Darüber hinaus gibt es keine Vorgaben an die Gebäudedämmung. Werden die Planungen konsequent umgesetzt, dann dürfte der künftige energetische Standard der Gebäude in etwa dem KfW-Effizienzhaus 70 entsprechen. Im Jahr 2011 sind die ersten Bauflächen an Investoren und Baugemeinschaften ausgeschrieben worden. Seit 2013 werden die Flächen erschlossen; ab 2015 werden die ersten Bewohner im neuen Stadtquartier leben.

Projektinfo 09/2014:
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Merkzettel

Adressen

Projektleitung
Hamburg Wasser

Service

BINE-Projektinfo 09/2014
(PDF, 4 Seiten, 0,8 MB)

Links

Hamburg Water Cycle
Projektwebsite von HAMBURG WASSER

HTC in Niedersachsen
Website zum Innovationsverbund Hydrothermale Carbonisierung Niedersachsen

KREIS (Versorgung durch Entsorgung)
Website des BMBF-Forschungsverbundprojekts

EnEff:Stadt
Portal der BMWi-Forschungsinitiative „Energieeffiziente Stadt“ (EnEff:Stadt) mit dem
Pilotprojekt
in Hamburg-Jenfeld

Infotipps

Technologiestandort wächst energieffizient
BINE-Projektinfo 14/2013

Auf dem Weg zum Niedrigenergie-Stadtquartier
BINE-Projektinfo 15/2012

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.