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Fazit

Der Wechsel von einer „Angebotsheizung“ zur „Bedarfsheizung“ mit dezentralen Heizungspumpen wurde an einem typischen Einfamilienhaus aus dem Gebäudebestand getestet. Die Messergebnisse sind vielversprechend: Der Strombedarf für die Pumpen ist deutlich geringer als bei konventionellen Systemen – im Extremfall gegenüber einer ungeregelten zentralen Pumpe um bis zu 90 Prozent. Für die Heizenergie wurde ein Einsparpotenzial von etwa 20 Prozent gemessenen. Ersten Berechnungen zufolge sind die relativen Einsparungen im Niedrigenergiehaus beziehungsweise im 3-Liter-Haus noch höher. Sie liegen beim 3-Liter-Haus voraussichtlich zwischen 25 und 30 Prozent.

Insbesondere in Niedrigenergiehäusern sorgt das System für eine gesteigerte Behaglichkeit. Dazu trägt zum einen die Schnellaufheizfunktion bei, mit der das Gebäude oder einzelne Räume in kurzer Zeit temperiert werden können. Zum anderen führt die präzise Wärmezufuhr zu einer schnellen Anpassung an die Wunschtemperatur sowie einer hohen Temperaturstabilität. Die dezentralen Heizungspumpen bieten einen hohen Bedienkomfort. Gleichzeitig minimieren sich die Geräusche in der Heizungsanlage. Dem Fachhandwerker erleichtert das dezentrale Pumpensystem die Inbetriebnahme einer Heizungsanlage, weil sie prinzipbedingt automatisch zu jedem Zeitpunkt hydraulisch abgeglichen ist. In Verbindung mit einer Informationsvernetzung sowie innovativen Regel- und Steuerungsmechanismen werden funktionale Vorteile erreicht, die besonders in Mehrfamilienhäusern und Zweckbauten zum Tragen kommen: in einem – möglicherweise schon vorhandenen – Gebäudeleitsystem liefert die Pumpe Daten für die Fehlererkennung und Fehlerdiagnose sowie für die Heizkostenverteilung. Die Fernbedienbarkeit ermöglicht es, nutzerorientierte Heizprofile anzulegen und aktuelle Daten z.B. für ein Energiemonitoring/ -management zur Energieverbrauchsauswertung abzurufen.

Um das System zur Marktreife zu bringen, müssen noch einige Fragen, die das gesamte Heizungssystem betreffen, beantwortet werden. Auch der Einsatz dezentraler Pumpen in anderen Anwendungsgebieten ist ein spannendes Thema für die Zukunft.

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Adressen

Hersteller
WILO SE

Projektpartner
TU Dresden, IBK

Projektpartner
TU München, KLIMA

Hinweis

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