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Flexible Biogasanlage stabilisiert Stromnetz

Biogasanlagen haben ein großes Potenzial als Flexibilitätsoption zum Ausgleich volatiler Erzeugungsleistung aus Solar- und Windenergieanlagen und zur Bereitstellung gesicherter Erzeugungskapazitäten im Strommarkt. Die Effizienz der Biogaserzeugung lässt sich noch verbessern, auch hinsichtlich der Vermeidung von Treibhausgasemissionen. So fassen die Bioenergie-Experten im Forschungsnetzwerk Energie des BMWi den aktuellen Stand der Technologie zusammen. Sie halten insbesondere Forschung für eine verbesserte Steuerung der gesamten Biogas-Prozesskette für erforderlich. Ziel ist, die Stromeinspeisung möglichst flexibel gestalten zu können. Dafür wollen sie Steuerungs- und Automatisierungskonzepte sowie Messmethoden zur Verringerung der Methanemissionen entwickeln. Weitere Aufgaben sind erweiterte Konzepte für den Betrieb von Biomasse-KWK-Anlagen, die flexible Stromproduktion und Power-to-Heat kombinieren.

Integration in Netze mit hohem Anteil fluktuierender Stromerzeuger

Wie durch den flexiblen, netzgetriebenen Betrieb einer Biogasanlage Netzengpässe im Verteilnetz vermieden werden können, haben Forscher vom Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) der Technischen Hochschule Ingolstadt gemeinsam mit Industriepartnern im Projekt FlexFuture gezeigt. Die Anlage kann gleichzeitig zur Spannungshaltung beitragen. Dadurch können größere Anteile fluktuierender erneuerbarer Erzeuger in das Verteilnetz integriert werden. Forschungsgegenstand ist die Biogasanlage Zellerfeld mit einer installierten Leistung von 1.426 kWel , kombiniert mit angrenzenden PV-Anlagen mit 5.000 kWp . Die Biogasanlage soll so betrieben werden, dass sie das Einspeiseprofil der PV-Anlagen einbezieht und damit die Bedürfnisse des Verteilnetzes berücksichtigt. Dafür entwickeln die Forscher eine innovative Steuerung, die einen automatisierten Betrieb der Biogasanlage ermöglicht.

Übergeordnetes Ziel ist es, die Netzausbaukosten zu reduzieren und kostenintensive Stromspeicher zu vermeiden. Neben der flexiblen, netzgetriebenen Fahrweise der Biogasanlage steht deren Betrieb mit höchster Effizienz im Fokus des Projektes. Deshalb wird auch eine vollständige Wärmenutzung über ein Nahwärmenetz erfolgen.

Projektinfo 07/2018:
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Adressen

Projektleitung, Analyse von Gasspeichersystemen und Einflussgrößen
DBFZ

Praxiserprobung Gasmengenerfassung und Anlagensteuerung
AWITE Bioenergie GmbH

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ManBio
Projektsteckbrief des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“

FlexFuture
Projektsteckbrief des Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“

Infotipps

Kompost und Biogas kombinieren
BINE-Projektinfo 17/2014

Biogas – Erneuerbare Energie aus der Landwirtschaft
BINE basisEnergie Nr. 16

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