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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Mit fast 155 Millionen Euro machte das Themenfeld Photovoltaik auch 2016 den größten Einzeletat in der deutschen Energieforschung aus.
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Jahresberichte zur Energieforschung
02.05.2017

Im Jahr 2016 wurden Projekte mit einem Finanzvolumen von 552 Millionen Euro neu bewilligt. Die Grafik zeigt die Verteilung auf die einzelnen Forschungsgebiete. Bei den thematischen Schwerpunkten liegt die Photovoltaik 2016 vor der Windenergie, Industrie und Gewerbe sowie den Gebäuden und Quartieren.
© BMWi, Forschung durch Innovation 2016

Entwicklung und Verteilung der Mittel im Energieforschungsprogramm des Bundes auf die einzelnen Themen
© BMWi, Bundesbericht Energieforschung

Forschen für den Umbau des Energiesystems

Zwei aktuelle Veröffentlichungen des Bundeswirtschaftsministeriums präsentieren Ergebnisse, Strategien und Projekte der Energieforschung. Der Jahresbericht „Innovation durch Forschung“ gibt einen detaillierten Überblick über Forschung, Mittelverwendung und die Märkte bei den erneuerbaren Energien und Effizienztechnologien. Der „Bundesbericht Energieforschung“ deckt das komplette Spektrum der Energieforschung kompakt ab und greift auch die Aktivitäten der Bundesländer, der Europäischen Union sowie die internationale Zusammenarbeit auf.

Transparenz ist eines der zentralen Anliegen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung. Daher veröffentlicht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) jährlich zwei Berichte zur Energieforschung.
Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries: „Der Umbau der Energieversorgung in Deutschland – weg von Atomkraft, hin zu erneuerbaren Energien – erfordert neue, kreative Lösungen und Konzepte. Deshalb brauchen wir eine leistungsstarke Energieforschung, die für entsprechende Impulse sorgt. Sie ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende.“ Das Ziel ist, die Kosten weiter zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Bis 2050 sollen die Energieeffizienz in Deutschland erheblich steigen und die erneuerbaren Quellen mindestens 80 Prozent des verbliebenen Energiebedarfs beisteuern.

Das künftige Energiesystem wird immer komplexer. Die bisherigen Grenzen zwischen den klassischen Sektoren bzw. Lebensbereichen wie Wohnen und Arbeiten, Produktion, Mobilität und Logistik verschwinden zusehends. Deshalb nimmt in der Forschungspolitik die Bedeutung systemorientierter Ansätze zu. Beispielsweise geht es bei der energetischen Modernisierung eines Stadtviertels nicht mehr länger nur um die Gebäudesanierung, sondern auch um Fragen, wie die Waren und Dienstleistungen zu den Bewohnern kommen, wie viel Energie für welche Form der Mobilität benötigt und wie ist die Akzeptanz der Menschen gefördert wird. Ministerin Zypries betont: „Unsere Energiepolitik ist deshalb strategisch auf Energieforschung für zukunftsfähige Technologien und für mehr Effizienz im Energiesystem ausgerichtet. Wir setzen verstärkt auf Digitalisierung und intelligente Sektorkopplung. Damit schaffen wir die richtigen Rahmenbedingungen für eine dynamische Entwicklung von Energieinnovationen.“
Im vergangenen Jahr förderte die Bundesregierung Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zur Energieforschung mit rund 876 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Etat bei 863 Millionen Euro. In beiden Jahren flossen etwa drei Viertel der Mittel in erneuerbare Energien und Effizienztechnologien.

Erneuerbare Energien effizient nutzen

Der Jahresbericht „Innovation durch Forschung – Erneuerbare Energien und Energieeffizienz: Projekte und Ergebnisse der Forschungsförderung 2016“ gibt in 14 thematischen Kapiteln jeweils einen Überblick zu Marktgeschehen in Deutschland und weltweit, Fortschritte in Forschung und Entwicklung und Strategie der Forschungsförderung. Die Themen reichen von Windenergie, Photovoltaik und den anderen erneuerbaren Technologien, über Kraftwerkstechnik, Brennstoffzelle, Energiespeicher, Stromnetze sowie Gebäuden und Quartieren bis hin zu Industrie und Elektromobilität. Zahlreiche kurze Präsentationen aussichtsreicher Forschungsprojekte und 18 ausführliche Highlight-Projekte vermitteln einen Eindruck, welche innovative Entwicklungen demnächst aus Forschungsinstituten und Firmen in Richtung Markt aufbrechen werden. In neun Interviews nehmen Experten zu aktuellen Fragen in ihrem Forschungsgebiet Stellung.

Im Jahr 2016 wurden 996 Projekte mit 552 Millionen Euro Volumen neu bewilligt. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit sowohl die Anzahl der Projekte als auch der Etat noch einmal leicht gestiegen. Einen Überblick zur Verteilung der Mittel auf die einzelnen Themengebiete gibt die Abbildung links. Detaillierte Informationen zu einzelnen Projekten bietet das Informationssystem EnArgus, in dem mehr als 24.000 Forschungsvorhaben verzeichnet sind, sowie die Forschungsportale des BMWi.

Forschungsförderung für die Energiewende

Der Mitte April vom Bundeskabinett beschlossene Bundesbericht Energieforschung 2017 stellt alle Aktivitäten der Bundesregierung innerhalb  des 6. Energieforschungsprogramms vor sowie die Forschungsförderung der Bundesländer und der Europäischen Union. Weitere Themen, die über das Energieforschungsprogramm hinausgehen, sind beispielsweise das Förderprogramm „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINTEG), das nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) sowie EnEff.Gebäude 2050. Ein Kapitel des Berichts ist der Struktur der Energieforschungspolitik gewidmet.

Die Vorarbeiten und Diskussionen zum neuen 7. Energieforschungsprogramm haben begonnen. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die Energiewende-Plattform „Forschung und Innovation“ sowie die sieben Forschungsnetzwerke ein. Diese arbeiten zu den Themen Erneuerbare Energien, Industrie und Gewerbe, Gebäuden und Quartieren, Stromnetze, Energiesystemanalyse, Energetische Biomassenutzung sowie Flexible Energieumwandlung. Mehr als 2.000 Experten aus Forschungsinstituten, Hochschulen und Unternehmen engagieren sich in den Forschungsnetzwerken. Sie diskutieren die Trends und Perspektiven in ihren jeweiligen Themengebieten und erarbeiten gemeinsam Empfehlungen für das neue Energieforschungsprogramm.

(mi)

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