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Statusworkshop Solarthermie in der Fernwärme in Dresden
© BINE Informationsdienst
BMWi-Statusworkshop zieht Bilanz
19.10.2017

Dr. Karin Rühling/TU Dresden, Dr. Frank Heidrich/BMWi, Werner Lutsch/AGFW diskutierten mit den Teilnehmern über internationale Forschungsaktivitäten
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„Die Solarthermie ist in der Fernwärme angekommen“

Die klassische Fernwärme und die Solarthermie gehen aufeinander zu: Im BMWi-Statusworkshop „Solarthermie in der Fernwärme“ Ende September in Dresden stellten Forscher und Praktiker neue Technologien zur Einbindung von Solarthermie-Anlagen in die Wärmeversorgung vor. Zudem gab er Einblicke in die aktuellen Entwicklungen in Europa und weltweit.

Welchen Anteil liefert die Solarthermie in Nah- und Fernwärmesystemen? Welchen Beitrag kann sie zur Wärmewende leisten? Und wo liegen die Schwerpunkte der künftigen Forschung? Diese Fragen standen während des BMWi-Statusworkshops „Solarthermie in der Fernwärme“ in der vergangenen Woche in Dresden im Fokus.

Das politische Ziel der Wärmewende ist klar: Die Wärmeversorgung von Gebäuden und Quartieren in urbanen wie ländlichen Räumen soll konsequent weiterentwickelt werden. Zur Eröffnung betonte Dr. Frank Heidrich, Unterabteilungsleiter „Wärme und Effizienz in Gebäuden, Forschung“ im BMWi, dass dieses strategische Ziel ein bedeutender Beitrag zur gesamten Energiewende ist und bat um Stellungnahmen der Forscher und der Fachcommunity für den weiteren Forschungsbedarf in diesem Themenfeld. Dies soll im künftigen 7. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung berücksichtigt werden.

Die Teilnahme von mehr als zwei Dritteln der Interessierten aus Stadtwerken und Versorgungsunternehmen unterstreicht die Wertschätzung, die die Solarthermie derzeit in der Branche erreicht hat. Erfolgreiche Beispiele zeigen, wie Solaranlagen in Fernwärmenetze einspeisen und dabei auch wirtschaftlich sind. So kann die bisher größte Solarthermie-Anlage in Deutschland in Senftenberg bis zu 10.000 Haushalte versorgen. Mit einer Kollektorfläche von 8.300 Quadratmetern (Röhrenkollektoren) und bis zu 5 MW Leistung lieferte sie bereits im ersten Betriebsjahr mehr als den erwarteten Ertrag von 4 GWh an das Fernwärmenetz.

Auch die Anlage in Chemnitz mit 2.136 Quadratmetern Kollektorfläche (Flachkollektoren) ist seit gut einem Jahr in Betrieb und versorgt ein Niedertemperaturnetz im Stadtteil Brühl. Die Ergebnisse entsprechen den Erwartungen mit einem Ertrag von 859 MWh/Jahr.

Mit Spannung erwartet werden neue Entwicklungen in der Fernwärmeversorgung der Stadt Henningsdorf bei Berlin. Eine künftig zentrale Rolle nimmt hier ein Wärmespeicher ein, der 22.000 Kubikmeter Wasser fasst und als Puffer eingesetzt werden soll. Weiterhin ist die Abwärmenutzung aus dem Stahlwerk vorgesehen. Die Stadt Henningsdorf ist ein Partner von fünfzig Beteiligten des Projektes WindNODE des Förderprogramms SINTEG-Schaufenster intelligente Energie. Der Start des Projekts ist Ende 2017 vorgesehen.

Unterstützt wird die Weiterentwicklung der Wärmeversorgung durch eine aktuelle Förderbekanntmachung des BMWi, die Modellvorhaben Wärmenetze 4.0 fördert, mit dem Ziel, hocheffiziente und umweltschonende Bereitstellung von Wärme und Kälte sicherzustellen.

(jp)

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