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Endenergieverbrauch des GHD-Sektors nach Anwendungsarten und Energieträgern für das Jahr 2008
© Fraunhofer ISI
Studie untersucht Energiesparen in Handel und Gewerbe
31.10.2011

Im Büro brennt noch Licht

Die Politik hat genaue Sparvorgaben gemacht. Bis 2020 will die Bundesregierung den Wärmebedarf der Gebäude gegenüber 2008 um 20 Prozent reduzieren, der Stromverbrauch soll um 10 Prozent sinken. Doch will man hier Fortschritte messen, benötigt man genaue statistische Daten. Im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums haben Forscher die Energieverbrauchsstrukturen des Sektors Gewerbe-, Handel und Dienstleistungen (GHD) untersucht.

Im Jahr 2009 entfielen auf den GHD-Sektor knapp 16 Prozentz des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Die unzureichende Erfassung dieses Sektors im Rahmen der amtlichen Energiestatistik erschwert die energiewirtschaftliche und umweltpolitische Berichterstattung an internationale Organisationen und schränkt die Basis für energiewirtschaftliche Bewertungen und Prognosen sowie für energiepolitische Entscheidungen ein. Im Rahmen der Studie haben das Fraunhofer-Insitut ISI und seine fünf Kooperationspartner mehr als 2.000 Unternehmen zu ihrem Energieverbrauch befragt – darunter so unterschiedliche Einrichtungen wie große Bürogebäude, Supermärkte, riesige Rechenzentren sowie kleine Wäschereien, Metzger und Bäcker.

Die Studie stellt bei den hochgerechneten Strom- und Brennstoffverbräuchen Abweichungen fest zu den entsprechenden Verbrauchswerten der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB 2011). Die Werte liegen beim Strom je nach Jahr zwischen 8 und 15 Prozent unter denen der AGEB. Generell überwiegen die Übereinstimmungen. Den meisten Strom im GHD-Sektor benötigt mit 40 Prozent des gesamten Verbrauchs die Beleuchtung, gefolgt vom Stromeinsatz für motorische Antriebe mit gut 20 Prozent. Bei den Brennstoffen entfallen mehr als 70 Prozent des Energiebedarfs auf die Raumheizung.

„Insgesamt zeigen diese Ergebnisse zwischen 2006 und 2010 einen leicht rückläufigen Trend beim Stromverbrauch sowie eine relative Konstanz beim Brennstoffverbrauch“, so Projektleiterin Barbara Schlomann beim Fraunhofer ISI. Dies beweise, dass Anstrengungen, den Stromverbrauch zu senken, trotz einer deutlich zunehmenden Ausstattung mit energieintensiven Computern, Servern oder Klimaanlagen schon Einsparerfolge gebracht haben. Es bestehen allerdings erhebliche weitere Energieeinsparmöglichkeiten, so Schlomann. Beispielsweise lassen sich durch die Anschaffung effizienter Bürogeräte oder effizienter Beleuchtung (auch Straßenbeleuchtung) bereits kurzfristig Kosten einsparen, sodass sich diese Investitionen für die Unternehmen sehr schnell rechnen.

Die vollständige Studie kann beim Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung heruntergeladen werden.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat ebenso den Energieverbrauch der privaten Haushalte untersuchen lassen. Auch diese Studie vom RWI und Forsa ist online abrufbar.

(ph)

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