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Ausgewählte Umweltauswirkungen kleiner Wasserkraftanlagen (* Argumente treffen für naturnahe Gewässer nicht zu).
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Wasserkraft und Ökologie

Bäche und Flüsse sind zentrale Bestandteile der Natur und müssen besonders geschützt werden. Naturnahe Fließgewässer bilden die Lebensgrundlage nicht nur für Fische und Wasserpflanzen, sondern auch für Vögel, Amphibien und Insekten. Auenwälder und der Grundwasserhaushalt hängen von ihnen ab. In Deutschland gelten noch etwa 20% der Gewässerstrecken als naturnah. Diese müssen erhalten bleiben und stehen auch für eine Wasserkraftnutzung generell nicht zur Verfügung. An Gewässern, die durch frühere wasserbauliche Maßnahmen oder Einleitungen geschädigt wurden, kann eine Wasserkraftnutzung auch ökologische Vorteile bringen.

Auch Wasserkraftwerke greifen in die Gewässerökologie ein. Im einzelnen Genehmigungsverfahren müssen – abhängig von den lokalen Standortbedingungen – die schadstofffreie Energiegewinnung gegen die problematischen Auswirkungen auf das Gewässer abgewogen werden. Bei der ökologischen Beurteilung stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt: Wie kann trotz der Wehre und Stauwerke die Durchgängigkeit der Gewässer für wandernde Fische und andere Tiere sichergestellt werden? Wie hoch muss die erforderliche Mindestwassermenge bemessen sein, die unter allen Umständen im Fluss verbleiben muss? Wie ist der Einfluss der Wasserkraftwerke jeweils auf Ober- und Unterlauf zu bewerten? (vgl. Abb. 10)

Oft gelingt es im Rahmen der Genehmigungsverfahren für viele der genannten Problembereiche vertretbare Kompromisse zwischen Wasserkraft und Naturschutz zu finden. Durch Fischauf- und Abstiegsanlagen, verbindliche Mindestwassermengen, Geschiebemanagement und weitere Maßnahmen kann man die Ökobilanz verbessern. In einer gesamtökologischen Betrachtung schneiden die Modernisierung bestehender Anlagen und die Reaktivierung bereits vorhandener Wehranlagen und Zuflusskanäle, z. B. an alten Mühlenstandorten, am besten ab.

basisEnergie Nr. 18:
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