
Deutsche Firmen sind europaweit Markt- und Technologieführer auf dem Gebiet solarthermischer Anlagen. Mit rund 10 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche findet man in Deutschland etwa 40% der in Europa installierten Solarthermieleistung. Allein 2007 wurden 94.000 neue Solarwärmeanlagen angebracht. Auch dank der intensiven öffentlichen Forschung und Entwicklung in der Solartechnik ist die Nutzung von solarer Wärme heute in vielen Bereichen Alltag. Vor allem in der solaren Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung in Privathaushalten ist die Technologie weitestgehend ausgereift. Als effiziente Systemauslegung hat sich eine Auslastung von 60 bis 70 l Warmwasserverbrauch pro Tag und pro Quadratmeter Kollektorfläche herausgestellt.
In Privathaushalten geht der Trend immer mehr von der Solaranlage zur reinen Warmwasserbereitung hin zur Kombi-Anlage. Bei Einfamilienhäusern gehört heute fast die Hälfte der neu installierten Anlagen zu diesem Typ.
Die Preise für eine Anlage mit Flachkollektoren für einen Vier-Personen-Haushalt liegen laut dem Bundesverband Solarwirtschaft zwischen 4.000 und 6.000 Euro inklusive Montage, bei zusätzlicher Heizungsunterstützung zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Wenn man alle erforderlichen Komponenten inklusive Montage und Mehrwertsteuer einrechnet, sind Vakuumröhrenkollektoren etwa 30% teurer als Flachkollektoren.
Wie hoch die Kostenersparnis durch eine Solaranlage ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab: vom Umfang der Sanierung, von den gewählten Maßnahmen und Techniken und nicht zuletzt von der künftigen Entwicklung der Energiepreise. Sicher ist, dass eine Solaranlage weitgehende Unabhängigkeit von der zukünftigen Energiepreisentwicklung schafft sowie einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes leistet.
Im Bereich der sogenannten Großanlagen (Kraftwerke, Nahwärmesysteme, Prozesswärme, große Brauchwasser- und Kombianlagen) gibt es vor allem in der Systemtechnik noch Entwicklungsmöglichkeiten. So liegen beispielsweise in Anlagen mit Langzeitwärmespeicherung die solaren Nutzwärmekosten noch vergleichsweise hoch. Die aktuelle Energieforschung zielt unter anderem darauf ab, die Wirtschaftlichkeit in diesen Bereichen zu verbessern sowie die Markteinführung zu beschleunigen.