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Abb. 8: Funktionsschema des Steinkohlekraftwerks Lünen
© Trianel
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So funktioniert ein Kraftwerk – Beispiel Lünen

Ein Kraftwerk besteht aus mehreren „Abteilungen“: dem Kesselhaus, dem Maschinenhaus, dem Dampfkreislauf, der Rauchgasreinigung und der Entsorgung der Abfallstoffe. Ein Beispiel ist das Kohlekraftwerk Lünen, das seit 2008 im Bau ist. Es wird über einen Wirkungsgrad von 46% und eine Leistung von 750 MW verfügen. Abb. 8 stellt die Abläufe in einem Kraftwerk prinzipiell dar.

Die getrocknete und gemahlene Kohle wird mit Druck in den Feuerraum eingeblasen. Dort verbrennt sie mit über 1.000 °C und die dabei entstehende Wärme erhitzt das im geschlossenen Kreislauf befindliche, entsalzte Kesselspeisewasser. In einem mehrstufigen Prozess wird dieser Dampf im Dampferzeuger erhitzt und dann auf die Dampfturbinen geleitet, die einen Stromgenerator antreiben. Die Turbinen sind für Hoch-, Mittel- und Niederdruck optimiert. Über einen Transformator wird der Strom mit der gewünschten Spannung ins Netz geleitet.

Nach dem Durchströmen der Turbine kann der Dampf entweder als Fernwärme oder als Prozessdampf für Industrieunternehmen abgezweigt werden. Andernfalls wird er im Kondensator wieder verflüssigt und im Speisewasserbehälter zum Vorwärmen genutzt. Die nicht mehr nutzbare Wärme wird über den Kühlturm abgeleitet. Die Rauchgase der Verbrennung werden gereinigt und die Reststoffe nach Möglichkeit verwertet. Das Kraftwerk Lünen verfügt über ein Filtersystem für Staub und eine Rauchgaswäsche für Schwefeldioxid. Es wird für den Anschluss einer CO2-Abscheidung vorbereitet (CCS-Ready).

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