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Abb. 14: Prognose der weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 [IEA]. Eine Gt sind 1 Milliarde Tonnen.
© Internationale Energieagentur
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Ausblick

Deutschland verbraucht etwa 3% der Weltjahresstromerzeugung. Seit wenigen Jahren wächst der deutsche Stromverbrauch nicht mehr, da sich das Wirtschaftswachstum offenbar vom Energieverbrauch abgekoppelt hat.

Weltweit jedoch steigt der Stromverbrauch stetig. In den asiatischen Schwellenländern, wie China, Indien und Südkorea, verdoppelt sich der nationale Stromverbrauch gegenwärtig alle zehn Jahre. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass bis 2030 die weltweite Stromnachfrage um mehr als 75% steigen wird. Nach Berechnungen der IEA könnten durch effizientere Kraftwerke rund 7% der weltweiten, anthropogenen CO2-Emissionen vermieden werden. Durch den Einsatz von CCS ist rund ein Fünftel des Klimagases einzusparen. Handelt die Welt nicht, wird sich der weltweite CO2-Ausstoß bis 2050 verdoppeln. Falls alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, hält die IEA ein Szenario für möglich, mit dem sich die jährlichen CO2-Emissionen bis 2050 halbieren lassen (BLUE MAP Szenario ab 2030). Verzichtet man auf eine Technologie, verringert sich das Reduktionspotenzial entsprechend (Abb.14).

Für die Zukunft der Stromversorgung sind drei Entwicklungslinien wichtig. Die technischen Möglichkeiten zum Stromsparen in der Produktion und in Privathaushalten sollten konsequenter genutzt werden (blauer Bereich). Ein weiter wachsender Teil der Stromversorgung wird durch den Verbund erneuerbarer Energien mit dezentralen Kleinanlagen übernommen werden. Ein großer Teil wird über 2020 hinaus auf neue fossile Kraftwerke entfallen. Große Entwicklungsmöglichkeiten existieren bei der Kohle durch Kraft-Wärme-Kopplung, der Kohlevergasung, der Kombination mit Brennstoffzellen und der CO2-Abtrennung. Auch bei Kraftwerken wirken die klassischen Ziele der Energiepolitik – Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz – teilweise wie Gegensätze. Für die Zukunft gesucht bleibt ein ausbalancierter Mittelweg zwischen diesen Zielen.

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