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Einfamilienhaus mit Pelletzentralheizung. Der Tankwagen füllt den Vorratsbehälter im Keller auf.
© HDG Bavaria GmbH

Beispiel eines Scheitholzvergaser-Kessels
© Wolf Heiztechnik GmbH
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Scheitholzheizung

Bei einer Scheitholzheizung (Stückholzheizung) werden getrocknete Holzstücke mit meist 30 bis 50 cm Länge für private Verbraucher oder bis 110 cm für gewerbliche Anlagen verwendet. Auf dem Grundstück muss die Lagerfläche für den Holzverbrauch von zwei bis drei Jahren ausreichen. Aus ergonomischen Gründen empfiehlt es sich, die Wege zwischen Holzlager und Brenner möglichst kurz zu halten. Diese Heizung ist vergleichsweise arbeitsintensiv, u. a. für Brennstoffbeschaffung und -aufbereitung, Nachlegen, Reinigen und Asche entsorgen. 2,5 kg Holz entsprechen dem Brennwert von einem Liter Heizöl. Die Betriebskosten hängen davon ab, ob man das Scheitholz mit eigener Arbeit aufbereitet oder sich vom Händler offenfertig liefern lässt. Da bei Scheitholz Produzenten und Abnehmer in relativer Nachbarschaft leben, kommt diese Form der Holzwirtschaft der regionalen Wirtschaft zugute.

Der gebräuchlichste Kessel ist der Vergaserkessel mit Unterbrandfeuerung. Bei ihm breiten sich die Flammen unterhalb des Brennguts oder nach der Seite hin aus. Die Bereiche für Vergasung und Nachverbrennung sind räumlich getrennt. Dabei erfolgt die eigentliche Verbrennung in einer Hochtemperaturbrennkammer mit frischer Sekundärluft und ein Gebläse sorgt auch bei ungünstigen Schornsteinzugverhältnissen für stabile Strömungen in der Brennkammer. Die Brenngase werden damit nach unten gesogen und in der heißen Brennkammer vollständig verbrannt. Vergaserkessel bieten einen Wirkungsgrad von über 90%, besonders wenn sie durch Sensoren abgasgeführt werden. Sie zeichnen sich durch gute Werte bei Emissionen und Ausbrand aus. Die Kessel gibt es auf dem Markt im Leistungsbereich zwischen 5 kW und 800 kW. Sie verfügen über eine Teillastfähigkeit von 50%. Bei den meisten Kesseln muss das Holz manuell nachgelegt werden; für größere Anlagen werden mittlerweile auch automatische Beschickungsanlagen angeboten.

Pufferspeicher und Solarthermie

Eine Holzheizung erreicht unter Volllast ihre optimale Energieausbeute bei niedrigem Schadstoffausstoß. Dies kommt auch der Lebensdauer der Anlage zugute. Um den Teillastbetrieb zu begrenzen, muss bei Zentralheizungen ab 2015 ein Pufferspeicher in das Heizsystem integriert sein. Hier kann die zwischenzeitlich nicht benötigte Wärme eingespeichert werden. Ist der Speicher voll geladen, kann die Holzheizung für einen längeren Zeitraum pausieren.

Um den sommerlichen Warmwasserbedarf zu decken, bietet sich die Kombination einer Holzheizung mit einer thermischen Solaranlage an. Damit kann außerhalb der Heizsaison der Warmwasserbedarf rein solar gedeckt werden, in der Übergangszeit ist eine Heizungsunterstützung sinnvoll.

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