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Holzeinsatz als Brennstoff in privaten Haushalten 2011
© Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Daten nach U. Mantau

Holzeinschlag in Deutschland 2012
© Deutscher Bauernverband e. V.

Anteil des Waldes an der Gesamtfläche Deutschlands 2013
© Deutscher Bauernverband e. V.
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Energieträger mit Tradition

In Deutschland hat die Nutzung von Holz als Energieträger zur Wärme- und Stromversorgung in den vergangenen beiden Jahrzehnten eine Renaissance erlebt. Gründe waren die gestiegenen Preise fossiler Energieträger, ein gestiegenes Umweltbewusstsein sowie neue, effiziente und wirtschaftlich attraktive Holzheizsysteme. Auch die Möglichkeiten zur Kombination mit thermischen Solaranlagen und die wachsende Zahl von Gebäuden mit besonders niedrigem Wärmebedarf haben diese Entwicklung gefördert.

Die Waldfläche in Deutschland beträgt 111.000 km3, das ist mehr als ein Drittel des Staatsgebiets. Der Holzbestand wächst pro Jahr um etwa 110 – 120 Mio. m3, was etwa dem Vierzigfachen der Cheopspyramide entspricht. Jährlich werden in Deutschland etwa 50 bis 70 Mio. m3 Rohholz geschlagen. Weitere 6 bis 8 Mio. m3 Holz (ohne Zellulose und Papier) werden überwiegend aus Skandinavien, Osteuropa und den Alpenländern importiert. Außerdem können pro Jahr etwa 10 Mio. m3 Alt- und Abfallholz genutzt werden.

Rechnerisch reicht der Holzzuwachs in Deutschland aus, den derzeitigen und künftigen Bedarf an Brennholz zu decken. In der Praxis schwanken die dem Brennholzmarkt zur Verfügung stehenden Mengen aus einheimischer Produktion für einzelne Produkte erheblich, z. B. durch Orkane. Bei den Pellets, die aus Restholz der holzverarbeitenden Industrie gefertigt werden, wirken sich auch deren Absatzschwankungen infolge Wirtschaftskrisen aus. Daher spielen bei Pellets mittlerweile neben der einheimischen Produktion auch Importe eine zunehmend größere Rolle. Deren höherer Transportaufwand muss in der ökologischen Bewertung berücksichtigt werden.

Ein (fast) CO2-neutraler Energieträger

Die Erde verdankt der Sonne fast sämtliche fossilen und erneuerbaren Energieträger. Das Sonnenlicht gibt den Pflanzen die Energie zum Wachsen. Dabei bauen sie im Blattgrün, dem Chlorophyll, die Bausteine ihrer Biomasse aus Kohlendioxid (CO2) Luft, Wasser und Mineralien des Bodens. Gleichzeitig setzen sie den für Tiere und Menschen essenziell wichtigen Sauerstoff frei. Tiere und Menschen ernähren sich von der Biomasse, verwerten die darin gespeicherte Sonnenenergie und atmen CO2 aus. Der Kreislauf ist geschlossen.

Bäume und Wälder sind ein Lager für Kohlenstoff. Verbrennt man Holz zur Wärmeerzeugung wird der gespeicherte Kohlenstoff in Form von CO2 freigesetzt. Es wird aber nur so viel in die Atmosphäre abgegeben, wie der Baum zu seinem Wachstum von dort entnommen hat. Neue Pflanzen nutzen das freigesetzte CO2 wieder zum Wachsen. Wird ein Baum nicht genutzt und verrottet langsam auf dem Waldboden, laufen die gleichen Prozesse ab, allerdings langsamer.

Der CO2-Kreislauf von Holz ist geschlossen, wenn den Wäldern pro Jahr maximal so viel Holz entnommen wird, wie dort wieder nachwächst. Dieser Grundsatz heißt Nachhaltigkeit, wurde ursprünglich in der Forstwirtschaft entwickelt und wird heute auch in anderen Bereichen der Ökologie angewandt.

Für die gesamte Energie- und CO2-Bilanz der Holznutzung ist die Länge der Transportwege wichtig. Je kürzer diese Wege sind, desto besser fällt die Bilanz aus. Dieser unvermeidliche Energieaufwand für Transport und Aufbereitung führt dazu, dass der Energieträger Holz nur als fast CO2-neutral einzustufen ist.

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