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Geothermisch beheiztes Schwimmbad in Straubing.
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Geothermie weltweit und Zukunft

In über 70 Ländern existieren Anlagen zur Nutzung der Erdwärme. Auf den Philippinen sowie in El Salvador, Nicaragua, Island, Costa Rica, Kenia und Neuseeland trägt Geothermie bereits zwischen 5% und 15% zur nationalen Stromerzeugung bei. Weltweit sind derzeit etwa 28.000 MW in Anlagen zur Wärmegewinnung sowie geothermische Kraftwerke mit einer elektrischen Leistung von ca. 9.000 MW installiert.

2008 sind in Deutschland 26 größere, hydrothermale Anlagen mit einer thermischen Leistung von 128 MW in Betrieb und etwa 150 weitere Projekte in Bearbeitung. Die technologischen Grundlagen für einen höheren Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland liegen vor. In Landau ging 2007 das erste hydrothermale Kraftwerk in Betrieb; die Anlage Unterhaching wird folgen. Eine Schlüsselkomponente für eine verstärkte Nutzung der Geothermie sind Wärmenetze, auch in Kombination mit anderen erneuerbaren Energietechniken. Diese Netze erfordern aus wirtschaftlichen Gründen eine hohe flächenspezifische Wärmenachfrage, wie sie z. B. in Städten oder gewerblichen Anwendungen gegeben ist. Die ökonomisch günstigsten Voraussetzungen liegen da vor, wo Wärme während des ganzen Jahres benötigt wird. Etwas weiter von der Anwendung entfernt ist das HDR-Verfahren. Soultz hat hier das Konzept entscheidend weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht die Erzeugung von Strom, der sich einfacher als Wärme über Distanzen zu Verbraucherzentren transportieren lässt. Auch die Abwärme eines HDR-Kraftwerks lässt sich noch in einem lokalen Wärmenetz nutzen.

Die Energieforschung verfolgt aktuell als Ziele, die Kosten beim Erkunden und Erbohren der Reservoire zu senken, das Fündigkeitsrisiko zu mindern und ein nachhaltiges Reservoir- Management sowie die effektive Umwandlung und Einbindung der Geowärme in lokale und regionale Wärmenetze zu garantieren. Geothermie ist eine Technik zur Nutzung der erneuerbaren Energiequellen, die nicht von der Sonneneinstrahlung abhängt. Eine geothermische Anlage liefert unabhängig von Tages- und Jahreszeiten über lange Jahre Wärme und Strom. Für eine stärkere Nutzung in Zukunft ist das ein wichtiger Vorteil.

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