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Silomais-Ernte. Anschließend wird der gehäckselte Mais in einem Fahrsilo konserviert und von dort aus nach und nach in die Biogasanlage eingebracht.
© Roman Gridin/Claas, via Wikimedia Commons

Entwicklung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe in Deutschland, der Hauptanteil dieser Flächen ist mit Energiepflanzen bebaut.
© FNR

Der Gärrest, der nach der Biogasproduktion übrig bleibt, ist ein wertvoller Dünger. Das Substrat wird geruchs- und emissionsarm direkt in den Boden eingearbeitet.
© Zunhammer Gülletechnik
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Das Land nachhaltig bewirtschaften

Welche Anforderungen muss die Biogasproduktion erfüllen, wenn sie den Kriterien der Nachhaltigkeit genügen soll? Sie sollte bevorzugt Nebenprodukte und Reststoffe sowie Landschaftspflegematerial nutzen und sich in eine nachhaltige Landbewirtschaftung einfügen, die primär Nahrungsmittel erzeugt, Boden-, Natur- und Artenschutz berücksichtigt und nachwachsende Rohstoffe in vielseitige Fruchtfolgen einbindet. Das ermöglicht es, ein breites Spektrum an Pflanzen zur Substrat-Erzeugung einzusetzen. So liegt die Ertragskraft von Grünland nur um 20 % unter der von Mais.

Bei der Biogas-Produktion bleibt ein sogenannter Gärrest zurück. Als hochwertige Dünger können Gärreste mineralische Düngemittel ersetzen. Wichtig ist, dass sie bei der Ausbringung möglichst direkt in die Ackerkrume eingearbeitet werden, da sonst durch die Ausgasung von Ammoniak Umweltbelastungen und Nährstoffverluste drohen. Bei der Vergärung von 1 ha Silomais fallen etwa 35 – 40 m³ Gärreste an, die pflanzenbaulich sinnvoll sowie umweltschonend zu verwenden sind.

Die Äcker im Umfeld der Anlage verkraften nur so viel an Nährstoffen, wie die Pflanzen aufnehmen und verwerten können. Insbesondere in intensiv bewirtschafteten viehstarken Regionen wird das dort bereits sehr hohe Nährstoffangebot durch Biogasanlagen weiter gesteigert. Diese regionalen Nährstoff-Überschüsse müssen in weniger ausgelastete Regionen exportiert werden. Das macht es erforderlich, überschüssige Gärreste energieaufwendig zu trocknen und zu transportieren.

Mit der Größe der Anlagen wuchsen in den letzten Jahren auch die Investitionskosten. Sie betragen etwa 4.000 €/kW für kleinere Anlagen, für größere etwa 2.500 €/kW. Bei größeren Anlagen arbeiten oft mehrere Betriebe zusammen: einer betreibt die Biogasanlage, andere liefern Mais und Gülle als Gärsubstrat, andere nutzen die Abwärme.

Viele Faktoren haben Einfluss darauf, wie wirtschaftlich eine Biogasanlage arbeitet: Hier spielen Anlagenkosten, Einspeisevergütungen sowie Preis und Zusammensetzung des Substrats eine zentrale Rolle.

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