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basisEnergie  – grundlegende Themen verständlich erklärt

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Erneuerbare Energie aus der Landwirtschaft
basisEnergie Nr. 16
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Biogas

In einem großen Tank schwappen Gülle, Pflanzenreste und nachwachsende Rohstoffe. Mikroorganismen verdauen diesen Cocktail unter Luftabschluss und setzen Biogas frei, das wie Erdgas hauptsächlich aus Methan besteht. Auf dem Bauernhof kann das gereinigte Biogas den Motor eines Blockheizkraftwerks antreiben, das elektrische Energie und Wärme erzeugt oder es wird ins Erdgasnetz eingespeist.

Zur Produktion von Biogas kann der Landwirt im Betrieb anfallende Reststoffe wie Gülle, Pflanzenreste und landwirtschaftliche Abfallstoffe nutzen. Zusätzlich kann er in seiner Biogasanlage auch nachwachsende Rohstoffe sowie Abfälle aus der Lebensmittelindustrie zur Energieerzeugung einsetzen. Das, was nach der Vergärung von diesen sogenannten Substraten übrig bleibt, verwendet er als organischen Dünger für Felder und Wiesen.

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Das Biogas erzeugt im Blockheizkraftwerk (BHKW) gleichzeitig Strom und Wärme. Der Strom aus einer solchen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage wird meist in das Netz für die allgemeine Versorgung eingespeist. Etwa ein Drittel der Wärme fließt in die Biogasherstellung. Der verbleibende Überschuss kann als Nahwärme Gebäude heizen oder landwirtschaftliche Produkte wie Getreide und Kräuter trocknen. Ein kleiner Teil des in Deutschland produzierten Gases wird ins Erdgasnetz eingespeist oder geht verflüssigt an Biogas-Tankstellen.

Seit die Biogas-Produktion durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wird, sind viele große Biogasanlagen entstanden. Für die neu errichteten Biogasfabriken werden großflächig Energiepflanzen angebaut, hauptsächlich Silomais. Die neuen Anlagen produzieren große Mengen an Gas und Gärresten und verändern durch ihren Maishunger die Kulturlandschaft. Das ursprüngliche Konzept der Gülle- und Resteverwertung in kleinen bäuerlichen Anlagen rückt damit in den Hintergrund.

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