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Neu entwickelte Kraft-Wärme-Kälte-Anlage spart rund ein Drittel CO2
19.10.2015

Klinik-Energiezentrale mit Wärmenetz verknüpft

Als erste deutsche Klinik integriert das Universitätsklinikum Gießen und Marburg gemeinsam mit den Stadtwerken Gießen seine Energiezentrale in das Nahwärmenetz der Stadt. Den Kern der Kraft-Wärme-Kälte-Anlage bilden vier Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme produzieren. Das BINE-Projektinfo 12/2015 „Energiezentrale versorgt Universitätsklinik Gießen“ beschreibt erste Betriebserfahrungen.

Die vier Blockheizkraftwerke (BHKW) liefern Strom und Wärme. Die daran gekoppelten Kältemaschinen versorgen sensible Klinikräume und Geräte mit Kälte. Vorteil dieser Konstellation: Die BHKW können mit hohen Volllaststunden betrieben werden. Eine Klinik benötigt rund ums Jahr eine sichere Kälteversorgung. Wird die von den KWK-Anlagen zur Verfügung gestellte Wärme  nicht benötigt, kann sie, ebenso wie die Kälteenergie, in das Netz der Stadtwerke eingespeist werden. Diese Einbindung in das Fernwärme- und Fernkältenetz bedeutet zugleich eine optimale Versorgungssicherheit für das Universitätsklinikum.

„Nachdem das Versorgungsnetz erweitert und weiter vernetzt wurde, konnten die Laufzeiten kontinuierlich verbessert werden. Die Anlage ist inzwischen vollständig ausgelastet. Zusätzlich wurde für extrem kalte Wintertage ein Spitzenlastkessel mit einer Leistung von 10 MW im Außenbereich installiert“, so Christian Launhardt von den Stadtwerken Gießen.

Mit der neuen Anlage werden 21,9% Primärenergie und 33,6% CO2-Emissionen eingespart.

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„Netz kann man nicht genug haben“

Interview mit Projektverantwortlichen der Energiezentrale des Universitätsklinikums Gießen

Als erste deutsche Klinik baute das Universitätsklinikum Gießen und Marburg gemeinsam mit den Stadtwerken Gießen eine in das Nahwärmenetz der Stadt eingebundene Energiezentrale. Aufbau und Betriebserfahrungen stellt das aktuelle BINE-Projektinfo 12/2015 „Energiezentrale versorgt Universitätsklinik Gießen“ vor. BINE Informationsdienst sprach mit den Projektverantwortlichen Patrick Wattenbach und Christian Launhardt von den Stadtwerken Gießen.

Wie würden Sie den aktuellen Zustand der Anlage beschreiben?

Wattenbach: Inzwischen läuft die Anlage sehr konstant, es werden sehr hohe, fast identische Laufzeiten der BHKW erreicht. Alle Komponenten arbeiten jetzt zufriedenstellend, doch eventuell müssen die Abgasklappen erneut getauscht werden. Hier traten in der Vergangenheit Dichtigkeitsprobleme auf. Diese konnten bis jetzt leider auch durch neue teurere Klappen nicht gelöst werden. Mit dem Gesamtwirkungsgrad der Energiezentrale sind wir zufrieden. Dieser lag in den letzten Jahren zwischen 89 und 94 %.

Das komplette Interview (pdf)...

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Abbildung 1: Drei der vier BHKW, die Strom und Wärme zur Versorgung der Uniklinik Gießen und für das Fernwärmenetz der Stadtwerke erzeugen. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 1
Drei der vier BHKW, die Strom und Wärme zur Versorgung der Uniklinik Gießen und für das Fernwärmenetz der Stadtwerke erzeugen. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 2: Die Kompressionskältemaschine hat eine Nennleistung von 765 kW und speist in das Kältenetz der Uniklinik Gießen ein. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

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Die Kompressionskältemaschine hat eine Nennleistung von 765 kW und speist in das Kältenetz der Uniklinik Gießen ein. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 3: Außenansicht des Neubaus der Uniklinik Gießen. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 3
Außenansicht des Neubaus der Uniklinik Gießen. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 4
Die Stadtwerke-Mitarbeiter Christian Launhardt und Patrick Wattenbach präsentieren das vierte BHKW-Modul. Der Magerturbo-Gasmotor mit einer Leistung von 1060 kWprim erzeugt 385 kWel und 311 kWth. Die Abgaswärme wird im nachgeschalteten Wärmetauscher genutzt, die Austrittstemperatur des Abgases liegt bei 57 °C. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)

Abbildung 4
Die Stadtwerke-Mitarbeiter Christian Launhardt und Patrick Wattenbach präsentieren das vierte BHKW-Modul. Der Magerturbo-Gasmotor mit einer Leistung von 1060 kWprim erzeugt 385 kWel und 311 kWth. Die Abgaswärme wird im nachgeschalteten Wärmetauscher genutzt, die Austrittstemperatur des Abgases liegt bei 57 °C. (© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst)