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Das italienische Team erreichte mit seinem Gebäudeprototyp „Rhome for denCity“ beim diesjährigen Solar Decathlon Europe den ersten Platz.
© Team Rhome/Lorenzo Procaccini
Solar Decathlon Europe 2014
16.07.2014

Das Berliner Team Rooftop ergatterte den vierten Platz mit seinem Gebäudekonzept für Städte.
© inhabitat

Das OnTop-Konzept ist technisch und funktional und belegte den siebten Platz beim diesjährigen Solar Decathlon Europe.
© Frankfurt University of Applied Sciences/OnTop

Die Gebäudehülle des Konzepts Techstyle-Haus besteht aus einer mehrschichtigen textilen Membran. Diese Außenhaut kann sowohl dämmen, solare Energie einfangen und der Wohnraum lässt sich flexibel den Bedürfnissen für Familien anpassen.
© Team Inside Out/Techstyle-Haus

Städtisches Siedlungskonzept setzt sich durch

20 Teams aus 16 Ländern im Wettstreit in 10 Kategorien: Am vergangenen Wochenende wurden die Sieger des internationalen Hochschulwettbewerbs Solar Decathlon Europe 2014 gekürt. Das italienische Team setzte sich mit seinem städtischen Konzept „Rhome for denCity“ durch und belegt den ersten Platz. Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbskonzepten ist dieses auf die unterschiedlichen Lebensformen ausgelegt, lässt sich für unterschiedliche Generationen anpassen und soll kostengünstig zugleich sein. Das beste deutsche Team Rooftop der Technischen Universität Berlin belegte den vierten Platz.

Beim internationalen Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2014 nahmen 20 interdisziplinäre Studententeams aus aller Welt teil. Eine international besetzte Jury bewertete während der zweiwöchigen Ausstellung die Gebäudeprototypen aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. Der Wettbewerb fand – nach 2010 und 2012 – bereits zum dritten Mal statt. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt des Wettbewerbs noch auf kleinen, frei stehenden Wohngebäuden mit dem primären Ziel der Energieautarkie. Nun wurden Konzepte gesucht, die zur Nachverdichtung in Ballungsräumen, zur energetischen Sanierung bereits bestehender Gebäude sowie zur Modernisierung der Infrastruktur mit Smart Grids und Elektromobilität beitragen. Die Bewertung erfolgte in zehn Kategorien, wie beispielsweise Architektur, Technik, Komponenten, Energieeffizienz, Energiebilanz und Komfort.

Erster Preis für das italienische Stadtkonzept

Das italienische Team Rhome mit seinem Konzept setzte sich gegen 19 andere Teams durch. Das Konzept zielt darauf ab, Sozialwohnungen zu sanieren und kostengünstige und nachhaltige Stadtteile zu errichten.
Das Gebäudekonzept „Rhome for denCity“ ist ein flexibles Haus mit 80 Quadratmetern Wohnfläche und kann sich an die unterschiedlichen Lebensformen von Familien anpassen. Große Loggien nach Norden und Süden kühlen das Gebäude auf natürliche Weise. Flexible Photovoltaik-Schirme sind in die Fassaden eingelassen und liefern Energie und Schatten zugleich. Die Fertigbauweise soll die Kosten senken. Das Gebäude wird später Teil eines Sanierungsprojekts um das Tor Fiscale am Stadtrand von Rom.

Frankreich belegt den zweiten, Niederlande den dritten Platz

Den zweiten Platz belegte das französische Atlantic-Challenge-Team mit seinemKonzept Philéas. Das Konzept umfasst neben Wohnraum und Büros auch ein Restaurant, welches sein eigenes Gemüse auf dem Dach des Gebäudes anpflanzen kann. Das Glasdach mit integrierten monokristallinen Doppelglasmodulen ist das zentrale Element.
Das drittplatzierte niederländische Team mit seinem Entwurf Prêt-à-Loger verfolgt einen umweltfreundlichen und zugleich nachhaltigen Ansatz. Dabei wollen sie den Bedürfnissen der verschiedenen Generationen gerecht werden, vor allem denen älterer Menschen.

Deutsche Konzepte für das urbane Bauen und Sanieren

Das Berliner Team mit seinem Dachpavillion Rooftop (BINE Informationsdienst berichtete) erreichte den vierten Platz. Das Gebäudekonzept verfolgt die Erweiterung des urbanen Wohnraums. Noch ungenutzter Wohnraum auf Dachstühlen, welche in Berlin der Jahrhundertwende oft nur notdürftig errichtet wurden, sollen mit diesem Prototyp zu energieeffizienten und modernen Wohneinheiten umgestaltet werden. Die neuen Dachmodule können mit Bestandsgebäuden verbunden werden.

Das deutsche Team aus Frankfurt belegt den siebten Platz mit seinem Gebäudekonzept Ontop (BINE Informationsdienst berichtete). Die Studenten kombinierten die Sanierung innerstädtischen Wohnraums mit einer Gebäudeaufstockung. Diese neue Wohneinheit ist in leichter Holzkonstruktion komplett vorgefertigt und wird auf das Dach gesetzt. Abwärme aus dem Altbau kann über eine nachzurüstende Abluftanlage und mittels Wärmepumpe in einem Wärmespeicher genutzt werden. Umgekehrt kommt die auf der erhöhten Dachfläche erzeugte solare Energie allen zugute: Solare Wärme und Solarstrom lassen sich im gesamten Gebäude nutzen oder zum Auftanken von Elektromobilen verwenden.

Einen etwas anderen Weg verfolgte das studentische Team der Fachhochschule Erfurt. Zusammen mit den beiden amerikanischen Universitäten Rhode Island School of Design (RISD) und der Brown University entwickelten sie das Projekt Techstyle-Haus. Die Gebäudehülle des 75 Quadratmeter großen Pavillons im Passivhausstandard besteht aus einer mehrschichtigen textilen Membran. Diese Außenhaut dämmt, fängt solare Energie ein und der Wohnraum lässt sich flexibel den Bedürfnisse von Familien anpassen. Das Team erreichte den 14. Platz.

Weitere Infos zum diesjährigen Wettbewerb gibt es auf der Website des Solar Decathlon Europe 2014 und auf dem Webportal der Forschungsinitiative EnOB.

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Merkzettel

Links - Gewinnerteams

Team Rhome - Italien
Konzept „Rhome for denCity”

Team Atlantic Challange - Frankreich
Konzept „Philéas“

Team  Prêt-à-Loger - Niederlande
Konzept „Home with a skin“

Links - deutsche Teams

Team Rooftop
Konzept „Rooftop“

Team Ontop
Konzept „Ontop“

Team Inside Out
Konzept „Techstyle-Haus“

Forschungsinitiative EnOB
Projekte, Berichte, Nachrichten und Analysen aus der Forschung für Energieoptimiertes Bauen