.

News  – Nachrichten aus der Energieforschung

Kurzcharakteristik lesen
Newsletter abonnieren

Die Pokale im Solar Decathlon Europe 2012 warten auf die Preisträger.
© SDEurope
Sieger beim Solar Decathlon Europe 2012
01.10.2012

In dem Gebäude des Siegerteams kann auf jedem Stockwerk eine komplette Wohnung untergebracht werden. Der "Nanotower" des Teams Rhône Alpes aus Grenoble kann in seiner Höhe je nach Bedarf skaliert werden. In Madrid zeigte das Team eine zweigeschossige Version.
© SDEurope

Das Haus des Teams Ecolar aus Konstanz gewinnt den vierten Platz und punktet mit klaren Linien, schlichten Fassaden und seiner Modularität.
© SDEurope

Das Haus des Teams aus Achen erreicht den fünften Platz in der Gesamtwertung und erhält für seine Einrichtung den ersten Preis für Innenarchitektur und Lichtdesign.
© SDEurope

Nanotower toppt CD-Fassade und Modulbauweise

Vergangenen Samstag war der Schluss- und Höhepunkt des internationalen Hochschulwettbewerbs „Solar Decathlon Europe 2012“. Ziel des Wettbewerbs war, ein energieeffizientes und innovatives Haus zu entwerfen, das über solaraktive Flächen mehr Energie erzeugt, als es schlussendlich verbraucht. Von den 18 beteiligten Hochschulteams konnte das Team Rhône Alpes aus Grenoble die meisten Punkte sammeln. Den 4. und 5. Preis holten deutsche Teams aus Konstanz und Aachen.

Es wurde noch einmal richtig spannend in der abschließenden „Award Ceremony“. Denn die Preise in vier von zehn Wettbewerbsdisziplinen wurden erst ganz zum Schluss bekannt gegeben. Der große Saal im Pabellón XII, in direkter Nähe zur Villa Solar, dem Wettbewerbsgelände im Herzen der spanischen Hauptstadt Madrid, war bis auf den letzten Platz belegt. Über 400 „Decathleten“ verfolgten gespannt die Bekanntgabe der letzten Wertungen, bis schließlich der Gesamtsieger feststand.

The winner is ...

Das Team Rhône Alpes konnte mit seinem Gebäudekonzept „Canopea“ die meisten Punkte und damit Platz 1 holen. Canopea steht für ein Konzept, das im urbanen Kontext skalierbar sein soll. In dem „Nanotower“ kann auf jedem Stockwerk eine komplette Wohnung untergebracht werden. Die Türme können in ihrer Höhe je nach Bedarf vergrößert und verkleinert werden. Das Dachgeschoss steht der gesamten Hausgemeinschaft zur Verfügung. So gibt es neben einer Waschküche auch einen Dachgarten mit solaraktivem Dach und Sommerküche. In Madrid zeigte das Team Rhône Alpes aufgrund der Wettbewerbsbedingungen einen Nanotower mit nur zwei Geschossen. Das Hauskonzept war im Wettbewerb nicht unumstritten, weil es die Wettbewerbsvorgaben im Solar Decathlon Europe doch recht eigenwillig interpretierte. Dennoch kann das Gebäude über zehn Disziplinen hinweg überzeugen. Das französische Team Rhône Alpes holte jeweils erste Preise für die Architektur, die Komfortbedingungen, die Funktionsfähigkeit des Hauses und den Innovationsgrad sowie zweite Preise für die Kommunikation und das Vermarktungspotenzial.
„In diesem Jahr haben die meisten Wettbewerbsbeiträge ein extrem hohes Niveau“, meinte Prof. Manfred Hegger, Mitglied der Jury für die Sustainability-Wertung und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. So ist es keine Überraschung, dass auch auf den weiteren Plätzen durchweg spannende Projekte folgen: Das Team Ecolar der HTWG Konstanz belegte Platz 4 und das Team Counter Entropy der RWTH Aachen konnte in der Gesamtwertung den fünften Platz erzielen.

„Ändert sich dein Leben, ändert sich dein Haus“

Das ist das Motto für das Hauskonzept des Konstanzer Teams Ecolar. Für dessen Haus können die meisten Bauteile mit großer Genauigkeit und in Serie vorproduziert werden. Das erleichtert die Montage und reduziert die Herstellungskosten. Somit können Material, Geld und Zeit effizient eingesetzt werden. Das schlicht und klar gestaltete Haus ist zudem modular aufgebaut, es lässt sich erweitern und verkleinern. Dadurch entsteht in der Gestaltung eine hohe Flexibilität. Dies gilt auch für die Gebäudenutzung, denn das Haus kann relativ einfach angepasst oder umgenutzt werden. Die Konstanzer konnten zwei erste Preise einheimsen in den Wertungen „Planung und Konstruktion“ und „Marktpotenzial“. Außerdem gab es einen dritten Preis für die Energieeffizienz und zwei vierte Preise in der Architektur-Wertung und für die Funktionsfähigkeit des Hauses im Betrieb.

„Rethink. Reuse. Recycle.“

Das Team Counter Entropy der RWTH Aachen will mit seinem Hausprojekt ein neues Verständnis für energieeffizientes Bauen schaffen. Dabei sollen natürliche Ressourcen beim Bau, bei der Nutzung und auch beim Rückbau schonend eingesetzt werden. Reuse und Recycling von Baumaterialien und Komponenten war leitender Gedanke in der Planung. Dass so viel ökologischer Ehrgeiz auch schon sein kann, zeigen die Fotos vom Gebäude und die im Wettbewerb erzielten Preise: Das Team konnte zwei erste Preise in „Innenarchitektur“ und „Lichtdesign“ erzielen. Außerdem den zweiten Preis in der Kategorie „Architektur“, drei dritte Preise in „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“, „Marktpotenzial“ und „Nachhaltigkeit“ sowie einen vierten Preis mit lobender Erwähnung in „Energieeffizienz“.

Der nächste Wettbewerb Solar Decathlon Europe wird 2014 in Paris ausgetragen.

(jl)

Merkzettel

BINE-Abo

Newsletter abonnieren