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Visualisierung des siegreichen Entwurfs für das Null-Energiemuseum in Mannheim
© Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Entscheidung für ambitionierten Neubau-Entwurf
14.12.2012

Das Architektur-Konzept des Neubaus im Modell
© Heiner Leiska

Die Luftaufnahme zeigt die Kunsthalle Mannheim mit Billing-Bau (links), Athene-Trakt (Mitte) und Mitzlaff-Bau (rechts)
© Cem Yücetas, Kunsthalle Mannheim

Museum jetzt als Nullenergie-Gebäude

Das zentrale Gebäude der Kunsthalle Mannheim wird im Passivhaus-Standard neu gebaut. Den Wettbewerb um den besten Entwurf für das zukunftsweisende Gebäude gewann die Architektensozietät gmp von Gerkan, Marg und Partner aus Hamburg. Neben den hohen Ansprüchen an das Energiekonzept eines Null-Energiehauses, bestehen besondere Anforderungen zum Schutz der Exponate. Dieses klar definierte Raumklima, unabhängig von der externen Luftfeuchtigkeit und Temperatur, wird mit geringstmöglichem Energieaufwand erreicht.

Das neue Museum soll 2017 eröffnet werden. Im Anschluss an den Architektenwettbewerb beginnt derzeit der Planungsprozess, der die konkreten baulichen Maßnahmen festschreibt. Schlüsselbestandteile des Museumsbaus sind eine hochwertige Gebäudehülle verbunden mit einem Blockheizkraftwerk und Photovoltaik zur Energieversorgung. Eine Absorptionskälte-Maschine soll die Räumlichkeiten kühlen.

Sowohl der Wettbewerb, als auch der Planungsprozess wird von Wissenschaftlern der Forschungsinitiative EnOB, Energieoptimiertes Bauen, begleitet. Die frühe Einbindung ermöglichte es den Forschern, bereits Einfluss auf die Wettbewerbsvorgaben zu nehmen. Die eingereichten Entwürfe der Architekten verglichen die Wissenschaftler mit Hilfe einer einheitlichen Bilanzierung des Nutzenergiebedarfs. Dafür nutzten sie die Excel-basierte Software EnerCalC. Das Tool EnerCalC bietet die Möglichkeit, mit relativ geringem Eingabeaufwand die Nutzenergiebedarfe für ein Gebäude in Anlehnung an die DIN V 18599 zu bilanzieren. Die wissenschaftliche Begleitung des Museumneubaus endet nicht mit dem Planungsprozess, sondern wird über die Bauphase bis zur Inbetriebnahme weitergeführt.

Wissenschaftler begleiten Neubau und Sanierung

Der Entwurf der Architektensozietät gmp von Gerkan, Marg und Partner soll sich in den Gesamtkomplex der Kunsthalle Mannheim einfügen und liefert das Design für den Neubau anstelle des bestehenden Mitzlaff-Gebäudes. Nach gutachterlichen Stellungnahmen wurde deutlich, dass der Mitzlaff-Bau den Anforderungen an einen zeitgemäßen Museumsbetrieb nicht mehr entspricht. Eine Spende über 50 Millionen Euro durch die Stiftung des SAP-Mitbegründers Hans-Werner Hector und seiner Frau Josephine macht den Neubau möglich. Dabei sollen die renommierten Sammlungen von Skulpturen und Werken von Edouard Manet bis Francis Bacon in verschiedenen „Ausstellungshäusern” in Szene gesetzt werden. Um ein 19 m hohes, lichtdurchflutetes Atrium gruppieren sich diese separaten Kuben. Die semitransparente Hülle aus Aluminium-Lamellen ermöglicht Ausblicke in den Stadtraum.

Neben dem 1983 eröffneten Mitzlaff-Bau besteht der Museumskomplex aus dem Billing-Bau und dem Athene-Trakt, beide von 1907. 2009 wurde das Startsignal für die Generalsanierung des Billing-Baus mit hohem energetischen Anspruch gegeben. Dieser wird als Demonstrationsvorhaben in dem Programm Energieoptimiertes Bauen (EnOB) vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Am 1. November 2013 wird das Museum wieder für den Besucher geöffnet sein. Zwei Jahre wird der Betrieb des Billing-Baus durch die Forschungsinitiative EnOB wissenschaftlich evaluiert. Dann zeigt sich, ob die angestrebte Energieeinsparung und die Ansprüche an das Raumklima in der Realität erreicht werden.

(mm)

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