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Elektrofahrzeuge sind eine zentrale Option, die deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor bis 2030 zu erreichen. Die neue Förderinitiative des Bundes will durch weitere Forschung und Entwicklungsprojekte die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken. (Symbolbild)
© Street Scooter GmbH
Elektromobilität
04.01.2018

Feldversuche und bessere Produktion fördern

Die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung im Verkehrssektor lassen sich nur mit dem vermehrten Einsatz von elektrischen Fahrzeugantrieben erreichen. Um deren Entwicklung zu fördern, richtet sich eine neue gemeinsame Förderinitiative zur Elektromobilität der Bundesministerien für Wirtschaft und für Umwelt an die gewerbliche Wirtschaft, Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie an öffentliche Körperschaften. Ziel ist, mehr erneuerbare Energien einzusetzen, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu stärken und die einzelnen Branchen besser zu vernetzen.

Innerhalb der deutschen Klimaschutzpolitik ist der Verkehrssektor ein Schlüsselbereich. Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 40 Prozent des verkehrsbedingten CO2-Ausstoßes vermieden werden. Fahrzeuge mit Elektroantrieb für den Straßenverkehr sollen dazu einen maßgeblichen Beitrag leisten. Dies ist mehr als eine energie- und klimapolitische Aufgabe, weil sie auch eine optimierte Produktionsweise, veränderte Mobilitätskonzepte und eine stärkere Vernetzung zwischen Branchen und Bereichen (Sektorkopplung) erfordert. Das Ziel, die gesamten Systemkosten der Elektromobilität zu senken, lässt sich nur durch weitere Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) erreichen. Weiterhin sollen die geförderten Projekte dazu beitragen, die Hürden für die Industrialisierung der neuen Technologie zu senken, Kaufhemmnisse abzubauen, die Wettbewerbsposition der deutschen Industrie zu stärken und die Elektromobilität wirtschaftlich in die Energiewende zu integrieren.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB) haben daher im Dezember 2017 eine neue Förderinitiative gestartet. Aufgerufen sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Deutschland sowie Gebietskörperschaften und Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung. In einem Programmpunkt können auch öffentliche und private Betreiber einer Fahrzeugflotte Investitionszuschüsse erhalten. Die Förderung betrifft sechs Schwerpunkte:

  1. Feldversuche in ausgewählten Fahrzeugsegmenten und Anwendungsbereichen
    Hier werden Versuche unter Alltagsbedingungen besonders in den Bereichen gefördert, die bisher nur eingeschränkt auf dem Markt verfügbar sind, wie beispielsweise im Güternah- und Regionalverkehr. Die Berücksichtigung von stadtplanerischen Aspekten ist gewünscht.
  2. Pilotversuche zu verkehrlichen sowie zu den Umwelt- und Klimabedingungen eines erhöhten Anteils automatisierter und autonomer Elektrofahrzeuge
    Hier sollen Innovationen an der Schnittstelle von Verkehr, Energie und den Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert werden. Ziel sind neue Mobilitätskonzepte und intelligente Verkehrslösungen.
  3. Erschließung des Klima- und Umweltvorteils von Elektrofahrzeugen sowie Verfahren zur Verbesserung von Ladekomfort, Verfügbarkeit und Auslastung von Ladeinfrastruktur
    Die Elektrifizierung des Verkehrs eröffnet Möglichkeiten, im allgemeinen Stromnetz Lasten zuzuschalten oder zu verschieben. Das Themenspektrum reicht von der Technikentwicklung bis hin zu neuen Geschäftsmodellen.
  4. Unterstützung für die Markteinführung mit ökologischen Standards
    Öffentliche und private Flottenbetreiber können im Rahmen von FuE-Projekten einen Zuschuss zu den Investitionsmehrkosten der Elektrofahrzeuge erhalten. Besonders aufgerufen ist die Logistikbranche.
  5. Ressourcenverfügbarkeit und Recycling
    Themen sind die Ressourceneffizienz und das spätere Recycling der Fahrzeuge. Ziel ist eine Ressourcenstrategie.
  6. Stärkung der Wertschöpfungskette der Elektromobilität im Bereich Produktion
    Gefördert werden Projekte, die die Herstellungskosten von E-Fahrzeugen und ihrer Komponenten durch eine effiziente, skalierbare und flexible Produktionsweise senken.

Die Höhe der Zuschüsse variiert zwischen den sechs Schwerpunkten sowie zwischen gewerblichen Antragstellern und wissenschaftlichen Einrichtungen. Für die erste Förderrunde können Projektskizzen bis zum Stichtag 31. März 2018 eingereicht werden. Für weitere Förderrunden ist jeweils der 1. März der Folgejahre der Stichtag, bis zum letzten Stichtag am 1. März 2020.

(mi)

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Ansprechpartner

Für die Förderschwerpunkte 1, 2, 4 und 5:
Projektträger VDI/VDE Innovation und Technik GmbH
Dr. Eyk Bösche
elmo(at)vdivde-it.de
Steinplatz 1
10623 Berlin

Für die Förderschwerpunkte 3 und 6:
Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V. (DLR)
Dr. Bernd Bauche
bernd.bauche(at)dlr.de
Linder Höhe
51147 Köln

Förderbekanntmachung

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB)
und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi):
Richtlinie zu einer gemeinsamen Förderinitiative zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität vom 8. Dez. 2017, veröffentlicht am 15. Dez. 2017