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Die aktuelle Diskussion um den Standort Deutschland mündet immer wieder in ritualisierte Appelle: "Nur Innovationen verhelfen zu einem Vorsprung im globalen Wettbewerb. Und nur innovative Produkte und Dienstleistungen sichern in diesem veränderten Umfeld nachhaltig unsere Arbeitsplätze." Das ist einfach gesagt. Doch konkret: Wie schafft man Innovationen? Mit Kreativität, Motivation, Mut, Investitionsbereitschaft, Ausdauer, Kommunikation, Qualifizierung? Und wie ist es damit im Energiesektor bestellt? Das soll ein Gespräch mit Prof. Meyer-Krahmer und Prof. Jochem ergründen.
Prof. Frieder Meyer-Krahmer Frieder Meyer-Kramer ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe und Professor für Volkswirtschafts-lehre mit Schwerpunkt Innovationsökonomik an der Universität Straßburg. Prof. Meyer-Krahmer ist Mitglied oder Vorsitzender zahlreicher wissenschaftlicher Vereinigungen und beratender Gremien. Seine These: Unser Wissenschaftssystem braucht eine bessere Ausstattung, aber auch mehr Wettbewerb. Und Kommunikation ist eine wesentliche Voraussetzung für Innovation, auch für technologische Basisinnovationen.
Prof. Eberhard Jochem Eberhard Jochem arbeitet im technisch-ökonomischen Feld der rationellen Energieanwendung sowie der Energie- und Klimapolitik. Er ist Mitglied verschiedener nationaler und internationaler wissenschaftlicher Organisationen und Beratungsgremien, darunter auch im „Rat für nachhaltige Entwicklung“. Prof. Eberhard Jochem ist seit 1973 am Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe tätig, seit 1999 Professor für Energiewirtschaft und Nationalökonomie an der ETH Zürich und Lausanne und Mitgründer des Centre for Energy Policy and Economics (CEPE) in Zürich. Seine These: Bei der Modernisierung des Energiesektors wird zu sehr auf die Angebotsseite geschaut. Dabei sind die Chancen auf der Nutzungsseite deutlich größer und ökonomisch viel interessanter.
Herr Meyer-Krahmer, haben Sie eine vorbildhafte technologische Innovation parat? Meyer-Krahmer: Die Brennstoffzelle. Sie hat ein großes Anwendungspotenzial, das sich erst langsam in voller Breite entwickeln wird und von vielen nichttechnischen Randbedingungen abhängig ist. Es handelt sich um eine System-Innovation und nicht um eine Einzelerfindung.
Die Politik hat in Deutschland 2004 zum Jahr der Innovation ausgerufen, der Einzelne und die Gesellschaft sollen mobilisiert, von Verzagtheit oder Trägheit befreit werden. Was hat dieser angestrebte Klima- und Strukturwandel mit technologischer Innovation zu tun? Meyer-Krahmer: Beides sind notwendige aber nicht hinreichende Bedingungen für den Erfolg von Innovationen.
Was ist „Innovation“? ... lesen Sie weiter im nächsten Kapitel
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