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TU Dresden vernetzt Wissenschaft und Wirtschaft gemeinnützig
26.10.2011

Klassentreffen der Kraftwerkstechniker

"Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird sich die Anzahl der Lastwechsel in Großkraftwerken verdoppeln." In seinen Eröffnungsworten gab Professor Michael Beckmann eine zentrale Aufgabe der Kraftwerkstechnik vor: flexibel für Netzstabilität sorgen, ohne dass es die Turbomaschinen zu viel Lebensdauer kostet. Sein Institut für Energietechnik an der TU Dresden veranstaltet jährlich ein Kolloquium, auf dem sich hunderte Experten über Solarkraftwerke bis Kerntechnik austauschen.

Im Oktober 2011 bündelte das 43. Kraftwerkstechnische Kolloquium die Interessen von über 600 Teilnehmern in 68 Referaten und vor 41 Postern. Die Wirtschaft war mit 32 Unternehmen präsent.
Für das Bundesumweltministerium beschrieb die Staatssekretärin Katharina Reiche die Zukunft des Kraftwerksbetriebs. „Das Regeln der Kraftwerksleistung wird nicht wie früher die Ausnahme sein, sondern regeln wird die Regel.“ Bei einem erneuerbaren Anteil von 45 Gigawatt (GW) an der in Deutschland installierten Kraftwerkskapazität von über 160 GW sei aber auch zu beachten: „Die Physik lässt sich nicht überlisten.“ Für eine stabile Stromversorgung brauche Deutschland weiterhin fossile Kraftwerke, so Reiche. Deswegen überlege die Bundesregierung ein Förderprogramm aufzulegen, da ohne weitere Investitionen im Jahre 2022 rund 8 GW Kraftwerksleistung fehlen könnte.

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat ebenfalls gute Nachrichten für die versammelten Forscher und Entwickler. „Das BMWi wird Wirtschaft und Wissenschaft bei der vorwettbewerblichen Entwicklung von energiewirtschaftlich relevanten Kraftwerkstechnologien unterstützen“, verkündete Oberregierungsrat Arne Höll aus dem BMWi, denn die Bundesregierung habe Energieforschung als wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Energiewende identifiziert. Deswegen werden die Fördermittel für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien deutlich ansteigen. Von 2011 bis 2014 will die Bundesregierung Fördermittel in Höhe von 3,5 Milliarden Euro bereit stellen. In den Jahren 2006 bis 2009 waren es noch 1,9 Milliarden Euro Fördersumme.

Das 44. Kraftwerkstechnische Kolloquium wird am 23. und 24. Oktober 2012 stattfinden. Die geplanten Themen ähneln den diesjährigen. Für die CCS-Technologien warten die Forscher auf eine tragfähige gesetzliche Regelung für unterirdische CO2-Speicher. Bei kernenergetischen Systemen können Transmutationsprozesse die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle vereinfachen. Energiespeicher müssen ihre Wirtschaftlichkeit noch beweisen, weil die Strompreise am Spotmarkt gegenwärtig die Kosten der Speicher nicht decken. Neubau- und Pilotprojekte in der Kraftwerkstechnik stehen ebenso auf der Agenda wie Ergebnisse aus Prozesssimulationen und Messtechnik. Bei regenerativen und dezentralen Energieversorgungssystemen geht es ebenso wie in der Turbinentechnik darum, die Auswirkungen von häufigen Lastwechseln und starken Leistungsschwankungen sowie von langem Betrieb auf Mindestlast zu optimieren. Außerdem bleibt die Verschlackung und Korrosion von Dampferzeugern ein Dauerthema der Kraftwerkstechnik.

(ph)

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