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Expertenkonferenz zum SET-Plan: Dr. Knut Kübler vom Bundeswirtschaftsministerium im Gespräch mit Dr. Andreas Bett vom Fraunhofer ISE
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Weichen für sparsame Energienutzung stellen

Rund 120 Teilnehmer berieten am 19. März auf der internationalen Fachkonferenz "Energieforschung in Europa: Deutschlands Beitrag zum SET-Plan" über die Verbesserung der Zusammenarbeit von Forschung, Entwicklung und Demonstration im Energiebereich. Der Forschungs- und Handlungsbedarf wurde im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) am Beispiel von Smart Grids und über die Wasserstoffwirtschaft veranschaulicht.

Für die Energiewirtschaft und Verbraucher ergeben sich neue Perspektiven durch eine intelligente Vernetzung von Stromerzeugern und -verbrauchern in Smart Grids, zusätzlich kann durch die Verknüpfung mit der Wasserstoffwirtschaft das Gasnetz als Speicher zum Ausgleich von Produktions- und Verbrauchsschwankungen im Stromnetz genutzt werden. Die Herausforderungen für die Forscher sind vielfältig, mögliche Kooperationen wurden beispielhaft für die Themenschwerpunkte Wind- und Bioenergie, Smart Grids, Smart Cities, Energiespeicherung, flexible Kraftwerke und neue Materialien für den Energiesektor behandelt.
Der Europäische Rat verabschiedete 2008 den „Strategic Energy Technology Plan“ – den sogenannten SET-Plan, der vielfältige Möglichkeiten für gemeinsame Forschung und Entwicklung bietet. Als wichtiges Element der europäischen Energie- und Klimapolitik soll der SET-Plan dazu beitragen, die Kosten hocheffizienter und emissionsarmer Energietechnologien zu senken und damit bewirken, dass europäische Unternehmen in diesem schnell wachsenden Sektor auch künftig eine weltweit führende Rolle spielen.

Dr. Knut Kübler, Leiter des Energieforschungsreferats im BMWi, betonte die Bedeutung der koordinierten Energieforschung für Europa und verwies auf das 6. Energieforschungsprogramm (EFP) der Bundesregierung. Mit dem Programm werden Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie die internationale Zusammenarbeit gefördert. Das EFP ist international eng verzahnt mit der Energiepolitik der Europäischen Union (EU).

Ein Plan für das gemeinsame Ziel

Der SET-Plan ist ein europäischer Strategieplan für Energietechnologien für eine kohlenstoffemissionsarme Zukunft und will die anwendungsnahe Energieforschung stärken. Nationale Forschungszentren der Mitgliedsstaaten arbeiten dafür in verschiedenen Initiativen zu den Themen erneuerbaren Energien, Netze, CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) zusammen. Die Generaldirektion Energie der EU-Kommission gab einen Überblick über die Erfahrungen und Ziele des SET-Plans. Es werden interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die effiziente und klimaschonende Energiewirtschaft der Zukunft gefördert. Bis 2013 sollen hierfür insgesamt etwa 7 Milliarden Euro für die Forschung eingesetzt werden. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren – bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Ziele Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit.
Die Referenten machten deutlich, dass das gemeinsame Ziel des SET-Plans in den Ländern auf sehr unterschiedliche Voraussetzungen trifft: bei der Energieversorgung, in der Angebotsstruktur und im Nutzerverhalten. Daher ist notwendig, Maßnahmen zur Erreichung der Ziele anzupassen. Der dänische Weg sieht einen Ausbau der Windenergie für die Stromversorgung von aktuellen 25 auf 50 Prozent vor.

Die Herausforderung bestehe darin, alte und neue Energien zu verbinden, die Netze anzupassen und die Speicherung als neues technologisches Marktthema in Angriff zu nehmen, fasste die Vertreterin der EU-Komission, Marie Donelly, die künftigen Aufgaben zusammen.

(gh)

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