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Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen.
© Anna Durst, BINE Informationsdienst

Elektromobiles Siegertreppchen

Die Bundesregierung wählte vier Regionen aus, die im Rahmen des Programms „Schaufenster Elektromobilität” gefördert werden. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Die Demonstrations- und Pilotvorhaben werden in den nächsten drei Jahren mit rund 160 Millionen Euro vom Wirtschafts-, Umwelt-, Forschungs- und Verkehrsministerium gefördert.

Beim „Schaufenster Elektromobilität“ handelt es sich um groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben, in denen Elektromobilität gebündelt und international gezeigt werden soll. In diesem Wettbewerb wurden nun die besten Schaufenster-Konzepte ausgewählt: „Living Lab BWe mobil“ (Baden-Württemberg), „Internationales Schaufenster der Elektromobilität“ (Berlin/Brandenburg), „Unsere Pferdestärken werden elektrisch“ (Niedersachsen) und „Elektromobilität verbindet“ (Bayern/Sachsen). Die Entscheidung beruht auf den Empfehlungen einer 13-köpfigen Jury aus Wissenschaftlern und Fachverbänden, die aus 23 Bewerbungen die vier Vielversprechensten aussuchte. Als „Schaufenster“ wurden die Vorhaben ausgewählt, in denen die innovativsten Elemente der Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem deutlich, auch international, sichtbar wurden.

Das Projekt „Living Lab BWe Mobil“ will sich auf Marktsegmente und Zielgruppen mit den niedrigsten Markteintrittsschwellen für Elektromobilität konzentrieren, um mit den verfügbaren Ressourcen die größtmögliche Hebelwirkung zu erzielen. Pendler und Flotten stehen im Mittelpunkt. Mit der großen Zahl ineinandergreifender Projekte zeigt die Region ihre herausragende Bedeutung für die Entwicklung Deutschlands zum Leitmarkt und Leitanbieter.

Das Berlin-Brandenburger „Internationale Schaufenster der Elektromobilität“ setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2015 rund 3.800 elektrische Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Leitgedanke für das Schaufensterkonzept ist die Integration von Verkehrs- und Energiesystem über die Fahrzeugtechnik. Der elektrische Strom soll aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Schwerpunkt des Brandenburger Engagements im Schaufenster liegt als (Groß-)Lieferant von „grünem Strom“, insbesondere aus Windkraftanlagen.

Der systemische Ansatz des Schaufensters „Unsere Pferdestärken werden elektrisch“ der Metropolregion umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität. Das bedeutet, von der Komponente bis zum Fahrzeug, von der vollständigen regenerativen Energieerzeugung über die Ladeinfrastruktur und Servicedienstleistungen bis hin zu Mobilitätsangeboten für Flotten, Pendler und Carsharing-Dienste. Zusätzliche Windkraftanlagen sollen erreichtet werden, um den erwarteten Strombedarf aller 100.000 Elektrofahrzeuge zu decken, die Prognosen zufolge bis 2016 in ganz Deutschland im Einsatz sein werden.

Beim bayrisch-sächsischen Projekt „Elektromobilität verbindet“ sollen beispielsweise Schnellladestationen im Abstand von 90 Kilometern entlang der A9 von München nach Leipzig aufgebaut werden. Gemeinsames Ziel ist, dass 250.000 Elektroautos bis 2020 auf Deutschlands Straßen fahren sollen. Jeweils 15 Millionen Euro investieren Bayern und Sachsen selbst in das gemeinsame Projekt.

Schaufenster Elektromobilität

Am Schaufensterprogramm sind vier Ministerien der Bundesregierung beteiligt: das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und das Bundesverkehrsministerium (BMVBS) beteiligen sich mit jeweils 67 Millionen Euro. Das Bundesumweltministerium (BMU) gibt 25 Millionen und das Bundesforschungsministerium (BMBF) 20 Millionen Euro. Das bundesweite Schaufenster Elektromobilität ist eine Maßnahme aus dem Regierungsprogramm Elektromobilität. Die Bundesregierung hatte das Programm am 18. Mai 2011 beschlossen. Mit dem Schaufensterprogramm greift die Bundesregierung eine Empfehlung der Nationalen Plattform Elektromobilität auf.

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