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© Gerhard Hirn, BINE Informationsdienst

Besseres Büroklima mit PCM-Materialien

In thermisch leichten Gebäuden wird es immer interessanter, Phasenwechselmaterialien (PCM) für die energieeffiziente Raumkühlung zu nutzen. Dementsprechend gut besucht war das PCM-Symposium am 10. / 11. November 2009 in Karlsruhe: Mehr als 130 Experten aus Forschung und Praxis konferierten über Einsatzmöglichkeiten von Bauprodukten und Gebäudetechnik, in denen Latentwärmespeicher- materialien (PCM) eingesetzt werden. Das Büroklima lässt sich durch den Einsatz von PCM verbessern, da Temperaturspitzen ohne aufwendige Klimatisierung erfolgreich gekappt werden. Rechtzeitig zur Tagung erschien auch das neue BINE-Themeninfo „Latentwärmespeicher in Gebäuden“, das in kompakter Form den Stand der Forschung und der Baupraxis dokumentiert.

Das Karlsruher Symposium zeigte, dass Forschung, Entwicklung und Anwendung in ständigem Austausch stehen. Vorgestellt und diskutiert wurden insbesondere neu entwickelte PCM-Systeme zur passiven Raumkühlung, zur Reduktion von Temperatur- und Kühllastspitzen sowie Erfahrungen bei ihrem Einsatz in öffentlichen Gebäuden und Büros.

Die vorgestellten Projekte sind Bestandteil der Forschungsinitiative EnOB des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die durch Produktentwicklung, Ausrüstung von Demonstrationsgebäuden sowie Auswertung und Begleitforschung die Markteinführung dieser Systeme unterstützt.

Salzhydrate und Paraffine können sehr effektiv zur Verbesserung des Raumklimas in Leichtbauten beitragen, indem sie aktive Klimatisierung unterstützen oder sogar überflüssig machen. Mikro- oder makroverkapselten PCM, z. B. in Kühldecken sind daher sehr interessant für den Einsatz in Stahl-Leichtbau-Gebäuden. Werden leistungsfähigere Klimadecken eingesetzt, können wasserführende Systeme wie Kapillarrohr-Matten die einfache Nachtkühlung oder Hinterlüftung ersetzen. Hier bietet sich der Einsatz von Erdsonden an. Anlagen zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung können kleiner dimensioniert werden, wenn sie mit PCM-Kühldecken kombiniert werden. Tagsüber unterstützt das PCM die Kältemaschine, nachts regeneriert diese das PCM.

Simulationsprogramme

Architekten und Bauherren können für eine erste Einschätzung des Effekts von PCM ein kostenfreies Simulations-Tool der Firma Valentin nutzen (www.valentin.de). Für vertiefende Planungen sind Erweiterungen des verbreiteten Gebäudesimulationsprogramms TRNSYS interessant, an denen verschiedene Entwickler aktuell arbeiten.

Gütesicherung

Noch fehlen für den Einsatz von PCM-Materialien langjährige Erfahrungswerte, doch Planer, Architekten und Bauherren verlangen Gewissheit: Sind diese dauerhaft funktionsfähig, zyklenfest und alterungsstabil? Ziel der im Jahr 2005 gegründete RAL-Gütegemeinschaft PCM (www.pcm-ral.de) sind Standards zur Gütesicherung, insbesondere hinsichtlich der tatsächlich gespeicherten Wärmemenge als Funktion der Temperatur sowie der Zyklenstabilität.

Weitere Informationen zur Tagung

Weitere Infos zum Symposium stehen in Kürze bereit unter: www.pcm-demo.info

Neues BINE-Themeninfo

Einen umfassenden Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von PCM in der Gebäudeklimatisierung vermittelt das aktuelle BINE-Themeninfo I/2009 „Latentwärmespeicher in Gebäuden“. Es ist erhältlich als Download oder als Broschüre beim BINE Informationsdienst zu bestellen.

(gh)

News vom 01.01.1970:
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