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Anwender und Forscher diskutieren an der TU Berlin
© BINE Informationsdienst
BBSR-Tagung zur Vakuumdämmung im Bauwesen
25.03.2011

Weil VIP sehr empfindlich sind, gibt es für ihren Einbau genaue Vorschriften.
© Lichtblau Architekten

Für den Baustellenbetrieb hat die Kaschierung der VIP-Elemente Vorteile.
© Porextherm

Schlank und effizient gedämmt

Die Vakuumdämmung hat sich in den letzten zehn Jahren vom Forschungsobjekt zu einem vielseitig nutzbaren Baumaterial gemausert. Das belegt auch die zunehmende Anzahl allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassungen für derartige Dämmpaneele. Auf einer Tagung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung am 17. März in Berlin informierten Forscher und Hersteller über die Entwicklung der Technologie, die Anwendung in der Baupraxis und die Zukunftsperspektiven dieses hocheffizienten Dämmstoffs.

Für Vakuumisolationspaneele (VIP) werden Platten aus zusammengepresstem Kieselsäurepulver, einem extrem feinporigen Material, in eine gas- und wasserdampfdichte Hülle aus speziellen Hochbarrierefolien verpackt und evakuiert. Ihre Dämmwirkung übersteigt die konventioneller Dämmsysteme um das Fünf- bis Zehnfache. Damit reicht schon ein sehr dünner Aufbau für eine exzellente Leistung – ein großer Vorteil bei beengten Platzverhältnissen, hohen Grundstückspreisen oder bei der Konstruktion schlanker Fassaden. Die Technik stellt allerdings hohe Anforderungen an Material und Verarbeitung.

Zwar bietet der Kieselsäurekern an sich schon einen besseren Wärmeschutz als konventionelle Dämmmaterialien, um aber seine Möglichkeiten voll auszuschöpfen, steht und fällt der neue Baustoff mit dem Erhalt des Vakuums im Kern. Eine entscheidende Rolle hierfür spielt das Hüllmaterial. Mit welchen Zielen und Verfahren an der Entwicklung wesentlich dichterer Folien gearbeitet wird, berichtete Dr. Noller vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung. Einen anderen Knackpunkt stellt die Qualitätssicherung bei der Produktion und insbesondere bei Transport und Einbau dar. Dabei gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. Für alle Paneele mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung gelten aber gleichermaßen strenge Vorschriften: Beispielsweise darf der Einbau nur durch geschultes Personal erfolgen.

Doch auch wenn bis zum Einbau alles reibungslos verlief, bleibt die Frage, von welcher Dauer die Qualität des Vakuums und damit die Dämmwirkung in den Paneelen ist. Denn VIP-Elemente altern: Durch Sperrfolie und Siegelnähte eindringende Gase erhöhen langsam aber stetig die Wärmeleitfähigkeit. Tests im Labor, Simulationen und Schnellprüfverfahren des ZAE Bayern und des FIW München lassen erwarten, dass die Wärmeleitfähigkeit von VIP im Baubereich auch über mehrere Jahrzehnte nur geringfügig ansteigt. Dr. Heinemann vom ZAE Bayern betonte, dass mit VIP gedämmte Gebäude auch bei über einen längeren Zeitraum wiederholt durchgeführten Untersuchungen keine außergewöhnlichen Ausfallerscheinungen zeigten - selbst in Anwendungen, bei denen die Vakuumdämmung inzwischen schon älter als 10 Jahre sei. Das habe man im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts VIP-PROVE überprüft.

Zukünftig soll ein Sensor Transponder (RFID) zur Druck- und Temperaturüberwachung der Paneele, der von Einrichtungen der Fraunhofer Gesellschaft entwickelt wurde, eine Beurteilung über ihre gesamte Lebensdauer hinweg erleichtern.

BINE-Themeninfo „Dämmen durch Vakuum“

Der BINE Informationsdienst hat im März 2011 zusammen mit Forschern des ZAE Bayern, die maßgeblich an der Weiterentwicklung der VIP-Technologie beteiligt waren, ein 20-seitiges BINE-Themeninfo veröffentlicht. Es erläutert die Grundlagen der neuen Dämmtechnik, ihr Anwendungspotenzial und auch ihre Besonderheiten.

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(dg)

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