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Das Team Ecolar aus Konstanz bereitet sich auf den Wettbewerb in Madrid auch körperlich und emotional vor. Das Team bei einem Lauf unter dem Motto "fit for Madrid".
© HTWG Konstanz
Solar Decathlon Europe 2012
02.05.2012

Der Countdown für Madrid läuft

Jetzt sind es noch 150 Tage bis zum großen Finale in Madrid. In diesem Jahr findet der Solar Decathlon Europe zum zweiten Mal statt. In dem internationalen Hochschulwettbewerb um das energieeffizienteste Haus werden 20 Teams aus 15 Ländern vom 14. bis 30. September in der „Villa Solar“ ihre innovativen Hauskonzepte zeigen. Aus Deutschland beteiligen sich zwei Teams aus Aachen und Konstanz, die jetzt mitten in den Vorbereitungen für das Finale in Madrid stehen.

Der Solar Decathlon Europe wurde 2010 erstmalig in Europa vom Bauministerium der spanischen Regierung und der Universität für Technik in Madrid initiiert und ausgelobt. Der Wettbewerb ist der Ableger eines US-amerikanischen Wettbewerbes im Bereich regenerativer Energien. Ziel ist es, ein energieeffizientes und innovatives Haus zu entwerfen, dessen Bewohner ausschließlich durch die Kraft der Sonne energetisch versorgt werden und das mehr Energie erzeugen kann, als seine Bewohner schlussendlich verbrauchen. Gleichzeitig soll der Wettbewerb dazu dienen, eine breite Öffentlichkeit für das Thema des energieeffizienten Bauens sowie für den Umgang mit erneuerbaren Energien zu sensibilisieren.

Insgesamt 20 Hochschulen aus Europa, Amerika und Asien werden in Madrid ihren Prototypen eines Wohnhauses der Zukunft vorstellen. Aus Deutschland beteiligten sich Studierende der RWTH Aachen und der HTWG Konstanz an dem Wettbewerb. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert diese Hochschulprojekte im Rahmen der Forschungsinitiative EnOB.

Die Teams bereiten sich auf den Wettbewerb ausgiebig vor, indem sie ihre Gebäude planen, probeweise aufbauen und testen. In der Phase des testweisen Aufbaus befinden sich jetzt auch die deutschen Teams. Dabei lernen die Studierenden in multidisziplinären Teams, innovative Konzepte zu entwickeln und konkrete Lösungen zu finden. Sie kooperieren dabei mit Instituten, Unternehmen und Organisationen. Im September werden die Gebäude dann zerlegt und nach Madrid transportiert, wo sie binnen zehn Tagen errichtet werden müssen. Während der finalen Wettbewerbswoche werden die Häuser von einer unabhängigen Jury bewertet. Neben Hausbesichtigungen und technischen Klimamessungen wird die Funktionalität des Hauses auch praktisch getestet. Hierzu werden unterschiedliche Alltagssituationen wie Wäschewaschen oder die Organisation eines Dinners simuliert. Im Rahmen einer zweiwöchigen Ausstellungszeit kann die Öffentlichkeit die innovativen Gebäude besichtigen.

Dasjenige Team, das mit seinem Gebäude in den Disziplinen Architektur, Planung & Konstruktion, Energieeffizienz, Elektrische Energiebilanz, Raumkomfort, Geräte und Funktionsfähigkeit, Kommunikation und soziales Bewusstsein, Marktfähigkeit, Innovation sowie Nachhaltigkeit die meisten Punkte sammeln kann, wird heute in 150 Tagen ganz oben auf dem Treppchen stehen. Der Wettbewerb ist ein Innovationswettbewerb für das Gebäude der Zukunft und fördert kreative Lösungen und die intensive Kooperation von Forschung, Ausbildung und Unternehmen aus dem Bauwesen.

(jl)

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