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Am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) entwickelte Verglasung mit integriertem saisonalen Sonnenschutz
© ISFH, Hameln / Emmerthal
Energieeffiziente Prototypen im Test
05.02.2009

Verglasungen mit integrierten Lichtlenkungsfolien

Dachüberstände, Vordächer oder Balkone sorgen architektonisch dafür, dass große Fensterflächen im Sommer nicht zu Überhitzungsproblemen führen. Andererseits sollen Fenster in der Heizperiode bei tief stehender Sonne solare Gewinne erzielen. In einem Forschungsprojekt am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH) werden jetzt Verglasungen entwickelt, bei denen der saisonale Sonnenschutz bereits integriert ist: Abhängig vom Sonnenstand sind sie für die solare Einstrahlung mehr oder weniger durchlässig. In dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt erreichen die Forscher dies durch mikrostrukturierte Folien, deren Transmission stark vom Einstrahlungswinkel abhängt. Entsprechende Prototypen sind inzwischen verfügbar und werden auf Leistungsfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit im realen Betrieb getestet.

Die mikrostrukturierten Folien werden im Scheibenzwischenraum der Verglasungen eingespannt. Die Systeme können entweder als transparente Wärmedämmelemente vor massiven Wänden oder als transluzente Lichtelemente eingesetzt werden. Sie sind nicht nur für Neubauten attraktiv, sondern auch für eine energetische Gebäudesanierung geeignet.

Nach der ersten abgeschlossenen Projektphase stehen großformatige Prototypen (ca. 85 x 70 cm) zur Verfügung, die bis zum Sommer 2009 sowohl im Labor als auch in realen Gebäuden auf Leistungsfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit untersucht werden. Die ersten experimentellen Ergebnisse bestätigen die viel versprechenden Simulationsrechnungen: Der Wärmeverlustkoeffizient (U-Wert) entspricht mit 0,6 W/m²K dem einer Dreifachverglasung. Während der Energietransmisssionsgrad für direkte Strahlung (g-Wert) bei geringem Einstrahlwinkel 0,6 beträgt, reduziert er sich bei hohen Einstrahlwinkeln (im Sommer) auf 0,1.

Zum Hintergrund

Stationäre oder bewegliche Prismenplatten werden seit langem als Sonnenschutz- und Tageslichtsysteme in der Architektur eingesetzt – in Verglasungen integriert oder mit Unterkonstruktionen auf die Glasfassade aufgebracht. Wegen hoher Herstellungskosten und arbeitsaufwendiger Integration war ihr Einsatz jedoch bislang auf wenige Demonstrationsobjekte oder repräsentative Gebäude beschränkt. Als Alternative bietet sich der Einsatz preisgünstiger mikrostrukturierter Folien an. Sie können die Kosten senken und einen größeren Markt erschließen.

Weitere Informationen

Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH),

Ansprechpartner: Federico Giovannetti, Tel.: 05151-999-501

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Entwicklung
ISFH GmbH Hameln