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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Teile der Innenstadt
© Presseamt der Stadt Jena
Tiefbohrung in Jena in Vorbereitung
26.05.2010

Geothermieforschung in Sedimentbecken

Bislang galten Regionen, in denen der geologische Untergrund aus Sedimentgesteinen besteht, für eine geothermische Energienutzung als schwierig. Dabei finden sich vielerorts auch in diesen Gesteinsformationen interessante Wärmevorkommen, die für eine energetische Nutzung ausreichen können. Wie der tiefe Untergrund im Thüringer Becken beschaffen ist und welche geothermische Energienutzung möglich wäre, das soll eine Forschungsbohrung unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena klären. In der vergangenen Woche haben die Verantwortlichen dieses INFLUINS genannten Verbundprojekts die Detailplanung der für 2011 terminierten Forschungsbohrung diskutiert.

Im Norden der Stadt Erfurt soll ab 2011 eine mindestens 1.500 m tiefe Bohrung im Thüringer Becken in den geologischen Untergrund vordringen. Neben der geologischen und geophysikalischen Grundlagenforschung und der Gewinnung von Bohrkernen geht es insbesondere um die Untersuchung des geothermischen Potenzials. Die Projektverantwortlichen erhoffen sich von den Ergebnissen dieser Tiefbohrung in Erfurt Erkenntnisse, die charakteristisch für das gesamte Thüringer Becken sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt INFLUINS  im Rahmen der wissenschaftlichen Grundlagenforschung.

GeneSys – Geothermie im norddeutschen Becken

Auch im norddeutschen Becken besteht der tiefe Untergrund aus Sedimentgesteinen. In dieser Region sind bereits im Zeitraum 2003 – 2009 umfangreiche geologische Untersuchungen durchgeführt und geothermische Erschließungskonzepte entwickelt worden. Im Rahmen des Projektes GeneSys wurde im ersten Teil die ehemalige Erdgasbohrung „Horstberg Z 1“ in der Südheide zur Forschungsanlage umgerüstet und zur Entwicklung von geothermischen Erschließungskonzepten für Sedimentgesteine genutzt. Im zweiten Teilprojekt soll eines der dort entwickelten Konzepte in Hannover eingesetzt werden, um künftig das dortige GEOZENTRUM, als Demonstrationsprojekt für einen Bürokomplex, komplett mit geothermischer Wärme zu versorgen. Die dazu nötige Bohrung hat bereits Ende 2009 erfolgreich die Zieltiefe von 3.900 m erreicht und in diesen Wochen beginnen die weiteren Erschließungsarbeiten. Das in diesen Tagen erschienene BINE-Projektinfo „Geothermische Energie aus Sedimentgesteinen“ stellt die von den Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft anteilig geförderten GeneSys Projekte in Horstberg und Hannover vor.

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