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News  – Nachrichten aus der Energieforschung

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Übersicht des Bebauungsplans zur energetische Nutzung des Grubenwassers
© Stadt Bochum
Pilotanlage kurz vor Inbetriebnahme
04.04.2012

Schematische Darstellung der Wärmeauskopplung des Grubenswassers
© Stadtwerke Bochum

Energie aus Grubenwasser schöpfen

Wasser aus Schächten in stillgelegten Bergwerken enthält Energie, die zur Wärmeversorgung genutzt werden kann. In einem Bochumer Pilotprojekt sollen eine benachbarte Feuerwache und zwei Schulen mittels Wärmepumpen so beheizt werden. Im Mai geht die Anlage in Betrieb. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) förderte das Projekt mit 500.000 Euro.

Im Pilotprojekt „Wärme aus Grubenwasser“ wurde ein neues Konzept Erdwärmegewinnung aus Grubenwasser für die Beheizung von Bestandsgebäuden entwickelt, erprobt und optimiert. Das Pilotprojekt nutzt Grubenwasser als Energieträger zur Wärmeversorgung. In der Nähe des Schachts Arnold befinden sich zwei Schulen und die Bochumer Hauptfeuerwache. Durch die Nutzung der Wärme aus dem Grubenwasser kann bereits ein jährlicher Brennstoffbedarf von rund 1.200 MWh in den nahegelegenen Gebäuden eingespart werden. Das entspricht einer Reduzierung der jährlichen CO2-Emissionen von 245 t/a. An diesem Standort könnte zudem das Grubenwasser als Wärmequelle für mehrere Wärmepumpenanlagen mit einer gesamten Heizleistung von bis zu 4,5 MW genutzt werden.

Künftige Wärmenutzung und Wasserverschmutzung

Das Bebauungsgebiet an der ehemaligen Zeche Robert Müser soll mittelfristig als größeres Gewerbe- und Industriegebiet genutzt werden, daher könnten künftig weitere Gebäude mit Wärme versorgt werden. Das Projekt soll aber auch einen Einstieg in vergleichbare Projekte an den anderen Standorten im Ruhrgebiet ermöglichen, an denen nochmals 90 Millionen m³ Grubenwasser jährlich gehoben werden. Das Pilotprojekt kostete rund 1,2 Millionen Euro. Die Errichtung, Inbetriebnahme sowie der Betrieb wurden vom BMWi im Rahmen der Forschungsinitiative EnEff:Wärme mit 500.000 Euro gefördert.

Eine besondere Herausforderung stellt die aggressive chemische Zusammensetzung des Grubenwassers dar - mit besonderen Ansprüchen an die Materialwahl des Wärmeübertragers. Zudem ist das Grubenwasser verschmutzt und mit teils größeren Partikeln versetzt. Risiko: Die Auskopplung von Grubenwasserwärme über Wärmeübertrager ist bisher nicht erprobt. Hierzu wurden verschiedene Systeme (Platten-, Spiral- und Rohrbündelwärmeübertrager) und Sonderkonstruktionen zur Auskopplung der Grubenwasserwärme untersucht.

Statusseminar „Dezentrale Energiesysteme“

Das Bochumer Projekt und weitere Pilot- und Demonstrationvorhaben werden beim BMWi-Statusseminar „Dezentrale Energiesysteme“ vorgestellt, welches im Rahmen der 20. Fachmesse „Energieeffizienz 2012“ und AGFW-Vortragstagung am 16. und 17. April 2012 in Kooperation mit dem Projektträger Jülich stattfindet. Energieeffizienz und Fernwärme sind die Themenschwerpunkte des Statusseminars. Anmeldungen für das Statusseminar sind noch möglich.

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