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Das Team „Ecolar“ aus Konstanz am Bodensee beginnt mit dem Bau seines Hauses für den Solar Decathlon Europe 2012. Das wechselhafte Wetter sorgt für unliebsame Unterbrechungen.
© Team Ecolar, HTWG Konstanz
Solar Decathlon Europe 2012
28.06.2012

Am Anfang war … die Bodenplatte. Studierende der HTWG Konstanz beginnen mit dem Bau ihres Hauses für den Solar Decathlon Europe 2012
© Team Ecolar, HTWG Konstanz

Hausbau nach dem Baukastenprinzip
© Team Ecolar, HTWG Konstanz

Visualisierung des Ecolar-Hauses
© Team Ecolar, HTWG Konstanz

Regenschauer kühlen heiße Bauphase

Vergangenen Mittwoch haben Studierende der HTWG Konstanz mit dem Aufbau ihres innovativen Hauses begonnen. Das Team „Ecolar“ aus Konstanz am Bodensee wird damit im September in Madrid am internationalen Hochschulwettbewerb Solar Decathlon Europe 2012 teilnehmen. Dazu wird das aus einem Baukastensystem bestehende Haus zunächst probeweise in Konstanz aufgebaut, um es eingehend testen und optimieren zu können. Das wechselhafte Wetter sorgte dabei bereits für unliebsame Unterbrechungen.

Jeder Handgriff muss sitzen, denn die Zeit drängt. Im September muss das Haus voll funktionsfähig auf dem Wettbewerbsgelände in Madrid stehen. So erweist es sich als unschätzbarer Vorteil, dass unter den Studierenden auch gelernte Zimmermänner, Schreiner, Elektriker und Bauzeichner sind. Doch bei jedem Regenschauer kommen die Arbeiten auf der Baustelle erneut zum Erliegen. Die Holzbauelemente müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden. Anders als das Aachener Team „Counter Entropy“ haben sich die Konstanzer dazu entschieden, ihr Haus probeweise im Freien aufzubauen – und nicht in einer Halle. Das ist im Bauwesen der Normalfall und bietet auch für dieses Projekt viele Vorteile. Aber bei dem wechselhaften Juniwetter in diesem Jahr gleichen die Bauarbeiten am Bodensee doch eher einem Hürdenlauf.

„Die vielen, breit angelegten Arbeiten aus den verschiedenen Fachbereichen kommen nun auf siebzig Quadratmetern zusammen. Jetzt müssen sich die theoretischen Überlegungen bewähren – oder spontane Anpassungen entwickelt werden", sagt Thomas Stark, Professor für Energieeffizientes Bauen an der HTWG Konstanz. "Mit dem Aufbau der ersten Module erreichen wir einen weiteren Meilenstein und starten in die heiße Schlussphase. Die jetzt gestartete Bauphase wird mit Sicherheit die intensivste aber auch zugleich die lehrreichste“, meint Stark, der die Studierenden der Konstanzer Hochschule auf ihrem Weg nach Madrid betreut.

Modulares Baukastensystem

„Ecolar“ ist ein Kunstwort vom Bodensee. Es steht für die Synthese von „Ökologie“ und „Modularität“ und auch für „Ökonomie“ und „Solarenergie“. Von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung der Produkte über ihre Verarbeitung bis hin zu ihrer Entsorgung legen die Studierenden aus Konstanz größten Wert auf ökologisch korrekte Stoffe und Verfahren. Zudem ist das innovative Haus modular aufgebaut. Es lässt sich – im Raster von 4,30 Metern – beliebig erweitern oder verkleinern. Die Fassaden können in die Grundelemente eingesetzt werden und nach Bedarf opak, transluzent oder transparent sein. Das bringt Flexibilität auch in der Nutzungsphase, weil das Gebäude vergleichsweise einfach angepasst oder umgenutzt werden kann. Die meisten Bauteile können mit großer Genauigkeit nach industriellen Maßstäben vorgefertigt werden.

Das Haus für den Solar Decathlon Europe wird aus sechs Hauptmodulen bestehen. Davon sind vier als Innenräume und zwei als Freibereiche geplant. Die Fassaden zu den Höfen sind verglast und ermöglichen so eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht. Zwei Außenwände werden transluzent und alle übrigen opak gestaltet. Sie sind gemeinsam mit dem Dach die Hauptenergielieferanten. Denn Dach und opake Fassaden werden solar aktiviert. Über den Freibereichen werden semitransparente Solarzellen eingesetzt, die das Sonnenlicht filtern und in den Sommermonaten angenehmen Halbschatten spenden. Die Solarstromanlage wird mehr als genug Elektrizität liefern, so dass überschüssiger Solarstrom für andere Zwecke genutzt oder ins Stromnetz eingespeist werden kann. Das Gebäudekonzept und alle innovative Ansätze stellt das Team Ecolar auf seiner Website im Detail vor.

(jl)

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Links

Forschungsinitiative EnOB
www.enob.info

Team Ecolar der HTWG Konstanz
http://sde2012.htwg-konstanz.de/de/team-ecolar.html