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Auf dem Weg zum Kunden: Ein Containerstapler reicht die Ware in der Logistikkette weiter.
© Zeppelin Baumaschinen GmbH
Minimierung der CO2 Emmisionen beginnt bei der Produktentwicklung
08.05.2012

„Grüne“ Logistik senkt Kosten und Umweltbelastung

In dem Forschungsprojekt „Green Logistics Target Costing“ hat das International Performance Research Institute (IPRI) ein Software-Tool und einen Leitfaden für emissionsarme, „grüne“ Logistik erarbeitet. Die Ergebnisse des Projektes ermöglichen der chemischen Industrie und Maschinenbau-Unternehmen bereits in der Produktentwicklung, die CO2-Emissionen der Logistik zu berücksichtigen und die Logistikprozesse auf der Grundlage von Kosteninformationen zu gestalten.

Die Forscher legen Wert darauf, die Planung „grüner“ Logistik bereits bei der Produktentwicklung zu berücksichtigen, denn Transport, Umschlag und Lagerhaltungsprozesse werden hier geplant. Damit wird schon in dieser frühen Phase ein Großteil der damit verbundenen Kosten und Emissionen festgelegt. Die Entwicklung von wettbewerbsfähigen Produkten mit grünen Logistikprozessen erfordert einen integrierten Blick auf Kundennutzen, Kosten und Emissionen. Dafür entwickelte das IPRI-Institut ein Planungsverfahren auf der Grundlage des Target Costing. Es zielt dabei insbesondere auf die Identifikation ökoeffizienter, d. h. gleichzeitig kosten- und emissionssenkender, Potenziale ab. Die Planung umfasst Kundennutzen, erzielbaren Produktpreis inklusive grüner Logistik, sowie Kosten und Emissionen für den Produktlebenszyklus.
Nach zweijähriger Laufzeit des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts sind die validierten Ergebnisse verfügbar. Die Methode des „Green Logistics Target Costing“ kann anhand eines Software-Demonstrators auf Excel-Basis angewendet werden. Zielgruppe sind primär Unternehmen des Maschinenbaus, der chemischen Industrie, Logistikdienstleister sowie produzierende Unternehmen.

Weniger Treibhausgase durch optimierte Transportwege

Insbesondere bei Konsumgütern des täglichen Bedarfs kann eine ökologische Logistik einen Beitrag zur Umweltfreundlichkeit der einzelnen Produkte leisten. Wissenschaftler der Universität Regensburg haben drei wesentliche Faktoren identifiziert, die den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid im Transportbereich beeinflussen: die Anzahl der Warenlager des produzierenden Unternehmens, das Netzwerk des mit der Warenverteilung beauftragten Logistik-Unternehmens und die Art der einzelnen Warenlieferungen.

Mehr Warenlager bedeuten weniger Emissionen

Die Regensburger Forscher konnten zeigen, dass sich der CO2-Ausstoß umso stärker verringert, je mehr Warenlager dem produzierenden Unternehmen zur Verfügung stehen. Die Umstellung von einer – zunächst auf Kostenoptimierung ausgelegten – „Ein-Lager-Strategie“ auf eine „Zwei-Lager-Strategie“ erbringt aber schon eine Verringerung des gesamten CO2-Ausstoßes um mehr als 3,4 Prozent.
Die Kundendichte in bestimmten Absatzgebieten bestimmt ebenfalls den Ausstoß von Treibhausgasen: Unternehmen sollten bei der Wahl eines Logistik-Dienstleisters besonders auf dessen Netzwerk achten. Größere Lieferungen, also bessere Kapazitätsauslastung, können den Ausstoß von Treibhausgasen tendenziell verringern. Um sich als „green company“ zu profilieren, können Betriebe ihr Warenverteilungsnetzwerk entsprechend anpassen und verändern.

Leitfaden zur Berechnung von Treibhausgasemissionen

Das Öko-Institut hat 2011 gemeinsam mit dem Deutschen Speditions- und Logistikverband und dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) einen Leitfaden zur „Berechnung von Treibhausgasemissionen in Spedition und Logistik“ erarbeitet. Dieser stellt Basiswissen zu Klimaschutz und Klimabilanzen vor und zeigt Speditionen auf, wie sie ihren Kraftstoff- und Stromverbrauch selbst errechnen können. In Praxisbeispielen stellt er Umrechnungsfaktoren und Rechenformeln vor, mit denen standardisiert Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen für eine bestimmte Transportstrecke ermittelt werden können.
Die präsentierten standardisierten Messmethoden zur CO2-Bilanzierung von Transporten basieren auf dem CEN-Normentwurf „Methode zur Berechnung und Deklaration von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen von Transportdienstleistungen“ (prEN 16258:2011). Die CEN-Norm soll europaweit zu einer Vereinheitlichung der Rechenmethodik führen und ist daher wesentliche Basis für den Leitfaden.

(gh)

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Adressen

Leitfaden "Spedition und Logistik"
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Leitfaden "Spedition und Logistik"
ifeu Heidelberg GmbH