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Großbaustelle Villa Solar: Zwei Tage vor dem Ende der Aufbauphase sieht es auf dem Gelände des Solar Decathlon Europe aus wie auf einer Großbaustelle.
© SDEurope, Forschungsinitiative EnOB
Solar Decathlon Europe 2012 in Madrid
13.09.2012

Das Team Ecolar aus Konstanz hat es geschafft: In zehn Tagen haben sie ihr Haus in Modulbauweise errichtet.
© SDEurope

Auch das Team Counter Entropy aus Aachen hat es geschafft. Sogar die Beschilderung des Hauses steht schon.
© Team Counter Entropy RWTH Aachen

Aus Großbaustelle wird Villa Solar

Heute wurde in Madrid der Solar Decathlon Europe 2012 offiziell eröffnet. Um 13 Uhr versammelten sich die teilnehmenden 19 Hochschulteams aus zwölf Ländern zu einer Eröffnungsfeier in der Villa Solar – ein für den Wettbewerb reserviertes Baugelände im Herzen der spanischen Hauptstadt. Mit diesem Auftakt beginnt nun die offizielle Wettbewerbsphase. Das Team, welches mit seinem Gebäude in den zehn Wettbewerbsdisziplinen die meisten Punkte sammelt, wird am 30. September ganz oben auf dem Treppchen stehen. Auch zwei deutsche Teams aus Aachen und Konstanz beteiligen sich an diesem Innovationswettbewerb.

Es war ein Kraftakt: Noch gestern bis spät in die Nacht haben die Hochschulteams an der Fertigstellung ihrer Gebäude gearbeitet. Weil die Komplexität der innovativen Plusenergiehäuser im Vergleich zum Wettbewerb vor zwei Jahren offensichtlich zugenommen hat, gab es beim Aufbau der Gebäude auch mehr zu tun. Doch beide teilnehmenden deutschen Teams konnten ihre Gebäude schließlich fristgerecht fertigstellen. Aus Deutschland beteiligen sich zwei Hochschulteams: Das Team Counter Entropy der RWTH Aachen und das Team Ecolar der HTWG Konstanz.
Während der jetzt beginnenden zwei finalen Wettbewerbswochen bewertet eine international besetzte Jury die Häuser; darunter ist auch Professor Karsten Voss von der Bergischen Universität Wuppertal. Neben Hausbesichtigungen durch Jury und Öffentlichkeit und den technischen Klimamessungen wird die Funktionalität der Häuser auch praktisch getestet. Hierzu werden unterschiedliche Alltagssituationen, wie Wäsche waschen oder ein Dinner simuliert. Bis zum Finale am 30. September kann die Öffentlichkeit die innovativen Gebäude besichtigen. Fachbesucher aus aller Welt und auch die Bevölkerung von Madrid werden die vielen innovativen Details und die mutige und teils visionäre Architektursprache genauer in Augenschein nehmen.
Weil die Hochschulteams schon im Vorfeld des Wettbewerbs über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren intensiv mit Forschung und Wirtschaft kooperieren, ist der Solar Decathlon Europe tatsächlich ein Innovationswettbewerb für das Bauen der Zukunft. Insgesamt 19 Universitäten aus Europa, Amerika und Asien stellen in Madrid ihre zumeist richtungsweisenden Prototypen vor. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert die Teilnahme der deutschen Teams im Rahmen der Forschungsinitiative EnOB.

Solar Decathlon Europe

Der Wettbewerb „Solar Decathlon Europe“ wurde 2010 erstmalig in Europa vom Bauministerium der spanischen Regierung und der Universität für Technik in Madrid ausgelobt. Der Wettbewerb ist ein Ableger eines US-amerikanischen Wettbewerbes im Bereich regenerativer Energien. Ziel ist es, ein energieeffizientes und innovatives Haus zu entwerfen, dessen Bewohner ausschließlich durch die Kraft der Sonne energetisch versorgt werden und das mehr Energie erzeugt, als es schlussendlich verbraucht.
Als Sieger wird das Team gekürt, das in zehn Disziplinen die meisten Punkte sammeln kann: Bewertet werden Architektur, Planung & Konstruktion, Energieeffizienz, Elektrische Energiebilanz, Raumkomfort, Geräte und Funktionsfähigkeit, Kommunikation und soziales Bewusstsein, Marktfähigkeit, Innovation sowie Nachhaltigkeit.

(jl)

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