Perspektiven
Die Sanierung hat das Gebäudeensemble nicht nur optisch aufgewertet. Die Innenräume bieten jetzt zeitgemäßen Arbeitsplatzkomfort und die energetisch anspruchsvolle Neugestaltung von Fassade und Gebäudetechnik hat beste Voraussetzungen für einen geringen Energieverbrauch in der Zukunft geschaffen.
Betrachtet man die Gesamt-Primärenergiebilanz, liegt der für 2007 ermittelte Verbrauch mit 211 kWh/m²a allerdings nur um ca. 15% unter dem Ausgangswert. Hier machen sich insbesondere Probleme bei der Regelung des Wärme- und Kälteverbunds bemerkbar, der ja die Primärenergiefaktoren sowohl für Wärme als auch für Kälte dynamisch gestaltet. Doch auch der Endenergiebedarf liegt im ersten Betriebsjahr nach der Sanierung erst einmal höher als erwartet. Ursachen sind unter anderem längere Nutzungszeiten und erhöhte Innenraumtemperaturen, aber auch Regelungsfehler.
Noch wurden die Planwerte nicht erreicht, aber die eingeleiteten Maßnahmen, die regelmäßig stattfindenden Termine mit dem engagierten Bauherrn und der Dialog mit den Betreibern des Gebäudes lassen auf Optimierungserfolge im zweiten Jahr des Monitorings hoffen.
Wie auch in anderen Projekten zeigt sich, dass eine Beobachtung der tatsächlich erreichten Energieeffizienz und die Kontrolle des Anlagenbetriebs sinnvoll und notwendig sind, um den komplexen Gebäudebetrieb zu optimieren. Verschiedene Ursachen für hohe Verbräuche, wie z. B. die Umstellung einiger Ventilatoren von zeitgesteuerter auf manuelle Regelung, die nicht in der Gebäudeleittechnik angezeigt wurde, wären ohne das Monitoring nicht ans Tageslicht gekommen. Natürlich ist nicht für jedes Gebäude eine so umfangreiche Auswertung wie in diesem geförderten Forschungsprojekt möglich. Aber auch eine regelmäßige Grobanalyse kann vielfach bereits ausreichen, um Schwachstellen und deren Ursachen aufzufinden und eine Optimierung anzugehen. Aufgrund der Einsparerfolge und der guten Datenauswertung durch das wissenschaftliche Monitoring an zwei seiner Gebäude hat der Bauherr nun konsequenterweise für einen Neubau auf dem gleichen Grundstück den Auftrag zu einem (nicht geförderten) Monitoring öffentlich vergeben.
Der Bauherr, als öffentlich finanzierte Einrichtung, muss die Leistungen im Facility Management regelmäßig neu ausschreiben. Erhält – wie im Juli 2008 – ein neuer Bieter den Zuschlag, muss der neue Dienstleister sich zunächst in die speziellen Belange des Gebäudebetriebs einarbeiten. Grundsätzlich ist ein solches Verfahren unter dem Aspekt Betriebsoptimierung zunächst kritisch zu sehen. Je komplexer das Energiekonzept, desto größer sind hier die Fehlermöglichkeiten. Eine genaue Festlegung über die Übergabeunterlagen mit entsprechenden Terminen, vertraglich festgeschriebene Schulungen zu einzelnen Aspekten, Handbücher spezieller Geräte und Anlagen, Gespräche zur Einarbeitung sowie eine Übergangszeit, in der beide Unternehmen parallel tätig waren, dienten in diesem Beispiel dazu, Wissensverluste zu vermeiden und dauerhaft einen effizienten Betrieb zu sichern.
Adressen
Architektur / Generalplanung / Bauleitung
Architekturbüro RKW
Bauherr/ Projektadresse
KfW Bankengruppe
Energiekonzept/Simulation
ip5
Monitoring und Evaluierung
fbta, Universität Karlsruhe


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