Das Gebäude
Das Ensemble besteht aus vier miteinander verbundenen Bürotürmen mit 10 bis 15 Stockwerken. Ursprünglich strukturierten Senkklappfenster und schmale Putzbalkone die Fassaden. Die Außenwand war nur gering gedämmt. Die nicht mehr zeitgemäße Verglasung führte im Sommer zu einer Überwärmung der Räume und im Winter zu hohen Wärmeverlusten. Im Zuge der Sanierung wurden die Balkone entfernt, um mehr Tageslicht zu gewinnen, und die Fassade komplett zurückgebaut. Übrig blieb nur der tragende Rohbau, der jetzt mit gut dämmenden, großformatigen Fassadenelementen verkleidet ist.
Ausgeklügelter Sonnenschutz
Entscheidungen hinsichtlich des Sonnenschutzes wirken sich nicht nur auf die Wärmelasten, sondern auch auf den Stromverbrauch für Kunstlicht aus. Zudem beeinflussen sie den Sichtbezug nach außen, der für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz eine entscheidende Rolle spielt. In Anlehnung an die früheren Klappfenster entwickelte das Planungsteam ein innovatives Sonnenschutzelement aus zwei Glasscheiben mit einlaminiertem Streckmetall. Unbenutzt liegt es vor der Brüstung des jeweils darüberliegenden Geschosses. Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung kann es abgesenkt und zusätzlich im herabgefahrenen Zustand ausgeklappt werden. Das speziell gezogene Streckmetall ermöglicht noch eine schemenhafte Durchsicht und lässt diffuses Tageslicht, aber nicht zu viel Sonnenwärme in den Raum. Bei zu hoher Einstrahlung auf die Fassade fährt der Sonnenschutz automatisch herunter, geregelt über eine gebäudeeigene Wetterstation und einen Verschattungskalender. Der Nutzer kann das Element aber auch nach eigenen Wünschen steuern. Im Raum ergänzt den Sonnenschutz ein von unten nach oben verfahrbarer Blendschutz aus Stoff.
Software für das Monitoring
Bestehende Programme zur Datenanalyse sind oft komplex und nicht optimal auf Gebäudemonitoring und Betriebsoptimierung zugeschnitten. An der Universität Karlsruhe wurde deshalb eine einfach zu handhabende Software entwickelt, die bei diesem und drei weiteren Modellprojekten erfolgreich eingesetzt wird. Grundlage ist eine genormte Datenbank, die verschiedene Daten ungeachtet der Messintervalle und Anzahl der Datenpunkte erfasst. Einzig erforderlich ist eine Differenzierung des Datentyps: Mengen (wie Heizenergie), Echtzeit-Werte (wie Temperaturen) oder Zustände (wie die Position des Sonnenschutzes). Die Werte aus der Datenbank lassen sich unterschiedlich darstellen: als Standard-Diagramme, aber auch als Punktwolken, Carpet-Plots oder Häufigkeitskurven. Verschiedene plakative Darstellungsformen ermöglichen schnell einen Überblick über den Zustand der Gebäudetechnik. Weiterhin werden in einer Tabelle alle Messpunkte mit dem Mittelwert ihrer zurückliegenden Werte verglichen, um so ungewöhnliche Mehr- oder Minderverbräuche, farblich markiert, zu identifizieren. Die Software selbst kann durch eine Plausibilitätskontrolle falsche Werte und Ausfallzeiträume bis zu einem gewissen Umfang erkennen. Darüber hinaus kann der Anwender selbst solche Fehler korrigieren.
Beleuchtung
Den Löwenanteil der für die Gebäudetechnik eingesetzten Primärenergie verbrauchte im Ausgangszustand die Beleuchtung. Deshalb wurde zuerst die Tageslichtsituation verbessert: durch den Verzicht auf die Balkone und durch den neuen Sonnenschutz, der auch im geschlossenen Zustand eine natürliche Belichtung ermöglicht. Das Kunstlicht wird situationsangepasst geregelt: Ein intelligentes System mit Präsenzmelder und Beleuchtungssensor ergänzt das einfallende Tageslicht am Arbeitsplatz bei Bedarf auf die gewünschte Beleuchtungsstärke. Vergisst der Nutzer, bei Verlassen des Raumes das Licht auszuschalten, übernimmt dies die Gebäudeleittechnik 15 Minuten später. Die installierte Kunstlichtleistung beträgt 16 W/m² in den Büros und 6 W/m² in den Fluren. In den Bürobereichen sind abgependelte Prismenglasleuchten mit Direkt-/Indirektanteil eingesetzt.
Adressen
Architektur / Generalplanung / Bauleitung
Architekturbüro RKW
Bauherr/ Projektadresse
KfW Bankengruppe
Energiekonzept/Simulation
ip5
Monitoring und Evaluierung
fbta, Universität Karlsruhe







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