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Lernkurvenbasierte Prognose von Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien in Deutschland bis 2030.
© Fraunhofer ISE
Aktualisierte ISE-Studie vergleicht Stromgestehungskosten
15.05.2012

Stromgestehungskosten für Photovoltaik, CSP und Wind an Standorten in Deutschland und Spanien.
© Fraunhofer ISE

Dynamische Entwicklung der Erneuerbaren

Die Erneuerbaren wachsen stetig. Die Entwicklung der Kosten wird in der Öffentlichkeit leidenschaftlich diskutiert. Oftmals bleiben in der Debatte entscheidende Daten und Fakten unberücksichtigt. Das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE aktualisierte daher seine Studie „Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energien“.

Die Studie analysiert für Photovoltaik (PV), solarthermische Kraftwerke (CSP) und Windenergieanlagen (WEA) die aktuellen Stromgestehungskosten mit technologiespezifischen Systemauslegungen und Anlagenpreisen im zweiten Quartal 2012 und vergleicht die unterschiedlichen Kostenentwicklungen. Die Höhe hängt maßgeblich von den Parametern ab: den Anschaffungsinvestitionen, dem Standort, den Betriebskosten, der Lebensdauer der Anlage und den Finanzierungsbedingungen.
Zentraler Inhalt der Studie ist zum einen die Analyse der aktuellen Situation und zukünftigen Marktentwicklung von PV, CSP und WEA auf Basis von recherchierten Kosten und Marktszenarien. Außerdem rückt die ökonomische Modellierung der technologiespezifischen Stromgestehungskosten auf Basis der marktüblichen Finanzierungskosten in den Fokus. Bewertet werden weiterhin die unterschiedlichen Technologie- und Finanzparameter für die einzelnen Technologien.

Ergebnis der Studie

„Ein wesentliches Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Stromgestehungskosten bei der Photovoltaik nicht nur in Regionen mit sehr hoher Sonneneinstrahlung, sondern auch in Deutschland unterhalb des Endkundenstrompreises liegen“, erläutert Prof. Dr. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. So belaufen sich an deutschen Standorten die Stromgestehungskosten von PV-Kleinanlagen auf 14 bis 20 Cent/kWh.
Ähnlich sieht es bei der Nutzung der Windkraft aus: „Auch die Wettbewerbsfähigkeit von Windenergieanlagen gegenüber konventionellen Kraftwerken ist an guten Windstandorten erreicht“, so Weber. Die Stromgestehungskosten von Onshore-Windenergieanlagen liegen heute zwischen 6 und 8 Cent/kWh und damit im Bereich der konventionellen Kraftwerke aus den Bereichen Steinkohle, Braunkohle und Kernkraft. Offshore-Windenergieanlagen verzeichnen dagegen trotz höherer Volllastzeiten von jährlich 3.200 Stunden mit 12 bis 16 Cent/kWh deutlich höhere Stromgestehungskosten als Onshore-Anlagen. „Ursachen sind die teurere Installation sowie höhere Betriebs- und Finanzierungskosten im Bereich Offshore“, fügt Weber hinzu, „damit ist der Strom aus Offshore-Windenergieanlagen auch teurer als der aus PV-Anlagen“.
Der Vorteil der Speicherbarkeit von Energie und der regelbaren Stromproduktion von solarthermischen Kraftwerken ist laut Weber in der Studie jedoch nicht berücksichtigt. Die Vorteile von höheren Volllaststunden von WEA, insbesondere von Offshore-Anlagen werden ebenfalls in den Stromgestehungskosten nicht abgebildet, spielen jedoch für die langfristige Energiesystementwicklung eine wichtige Rolle.

Prognose bis 2030

Für die Marktprognose für PV, CSP und WEA werden jeweils drei globale Marktszenarien für die Jahre 2012 bis 2030 untersucht und dargestellt. Mit Hilfe dieser Referenzszenarien werden die zukünftigen Markt- und Kostenentwicklung der jeweiligen Technologie unter Berücksichtigung von weiteren Kostensenkungen abgeschätzt.
„In Kombination mit der zunehmenden Massenfertigung aufgrund des weltweit starken Marktwachstums konnten die spezifischen Investitionen und damit die Stromgestehungskosten der in dieser Studie analysierten Technologien unter dem Strich jedoch erheblich gesenkt werden“, berichtet Weber. Mit fallenden Stromgestehungskosten werde das Volumen dieser Märkte weiter deutlich wachsen und zu einer nachhaltig dynamischen Entwicklung der erneuerbaren Energien beitragen.

Die aktuelle Studie „Stromgestehungskosten erneuerbare Energien“ steht auf der Seite des Fraunhofer ISE zum Download bereit.

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