Gute Argumente für solare Wärme
Große Gebäude haben oft große, solar nutzbare Dachflächen, die einen wirtschaftlichen Einsatz der Solarthermie erlauben und so die Einsparung zunehmend teurer werdender fossiler Energieressourcen ermöglichen. Die Wärmekosten sind bei diesen Systemen aufgrund von Skaleneffekten häufig geringer als bei kleinen Standard-Anlagen, auch Verluste werden reduziert, weil sich Wärme in großen Einheiten besser speichern lässt. Die nutzbaren solaren Wärmegewinne können maximiert werden, wenn die Anlage optimal an das tatsächliche Wärmebedarfsprofil angepasst wird.
Die Energiepreise steigen kontinuierlich und damit die Betriebskosten für die Trinkwassererwärmung und Raumheizung. Mit dem neuen Energiepass werden solche Mietnebenkosten für potenzielle Mieter transparenter, die in Zukunft vermehrt auf diese „zweite Miete“ achten werden. Gerade in großen Mietshäusern entscheiden Nebenkosten immer öfter über die Vermietbarkeit der Immobilie. Eine weithin sichtbare Solaranlage dokumentiert die ökologische Ausrichtung des Gebäudes augenscheinlich. Thermische Solaranlagen können einen erheblichen Beitrag zur Energieeinsparung und damit zur Reduzierung der Mietnebenkosten bzw. der Betriebskosten für ein Gebäude leisten. Durch die Investition in eine Solaranlage ist eine zumindest teilweise Abkopplung der Wärmeerzeugungskosten von den steigenden Öl- oder Gaspreisen möglich. In der Betriebsbilanz werden die zukünftig immer schwerer prognostizierbaren Energiepreise durch kalkulierbare Kapitalkosten abgelöst, die unabhängig von künftigen Energiepreissteigerungen sind.
Gut konzipiert, sorgfältig installiert und regelmäßig gewartet arbeiten Solaranlagen heute problemlos. Der Instandhaltungsaufwand für große Anlagen von jährlich ca. 1 bis 1,5% der Investitionskosten liegt etwa im gleichen Rahmen wie für eine konventionelle Kesselanlage. Thermische Solaranlagen haben eine Lebensdauer von etwa 20 bis 25 Jahren und überdauern damit die konventionellen Kesselanlagen, für die meist ca. 15 Jahre angesetzt werden.
Die Betriebskosten der Solaranlagen sind gering. Bei großen Anlagen mussman ca. 1 kWh elektrische Energie zum Erzeugen von etwa 40 bis 50 kWh Wärme einsetzen. Dies hängt natürlich stark von der Systemkomplexität ab. Im Laufe der letzten Jahre konnte die Systemtechnik verbessert werden, parallel dazu nimmt die betriebswirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Solarsysteme gegenüber konventionellen Kesselanlagen zu. ErheblicheEinsparungen bei den Schadstoffemissionen sowie eine Imagesteigerung für den Betreiber sind weitere Vorteile des Einsatzes einer Solaranlage.
Die Systemtechnik ist bei den verschiedenen Einsatzbereichen der Solarthermie unterschiedlich weit entwickelt. Im Bereich der Trinkwassererwärmungsanlagen liegen Richtlinien und ausführliche Veröffentlichungen vor, die dem Planer und Installateur Hilfestellung bieten. Bei Kombianlagen zur Trinkwassererwärmung und Raumheizung sowie Anlagen, die in Wärmenetze integriert werden, ist eine sehr detaillierte Planung und Dimensionierung erforderlich. Entsprechende Richtlinien befinden sich in Vorbereitung.
Die Integration von Solarsystemen in das Gebäude sollte im Rahmen eines Gesamtkonzeptes erfolgen. Wenn sie beispielsweise mit einer Heizungserneuerung oder Gebäudesanierung verbunden wird, kann die Solaranlage bei geringeren Kosten optimal angepasst werden. Die Kollektormontage sollte im Zuge einer Dacherneuerung erfolgen, denn das Dach sollte eine mindestens ebenso lange Lebensdauer aufweisen wie die Kollektoren.
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