Photovoltaik in Siedlungen
Der Beitrag der Photovoltaik für die öffentliche Stromversorgung liegt heute noch im Subpromille-Bereich. Dies kann sich nur dann entscheidend ändern, wenn künftig in großem Maßstab viele dezentrale, netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen auf Gebäudedächern installiert werden. Idealerweise sollte der Einsatz von Photovoltaik-Anlagen bereits bei der Siedlungsplanung mit einbezogen werden.
In vielen Demonstrationsgebäuden wurde Photovoltaik als ästhetisch und gebäudetechnisch integraler Bestandteil bereits verwirklicht. Die dazu notwendigen Fassaden- und Dachkonstruktionen sind jetzt marktverfügbar. Es hat sich gezeigt, dass diese Systeme die gestalterischen Möglichkeiten von Architekten erweitern – wenn auch eingeräumt werden muss, dass im Wohnbereich nicht zuletzt aus Kostengründen immer noch die einfachen Auf-Dach-Montage-Techniken dominieren.
Beim Neubau von Siedlungen und Stadtquartieren bieten sich für die Photovoltaik gute Chancen, die großflächige Anwendung mit einem hochwertigen Erscheinungsbild der Gebäudedächer, mit günstigen System-, Planungs- und Montagekosten sowie mit hoher technischer Effizienz zu verbinden. Hierfür müssen energetische und solartechnische Aspekte schon bei der Gebäude- gruppierung und Gebäudeorientierung in der Bauleitplanung bedacht werden. Dieser Ansatz wird dann im architektonischen Entwurf der Gebäude weiterentwickelt.
Für die technische Planung und Installation der Photovoltaik- Systeme schließlich können sogar technisch oder ästhetisch hochwertige Komponenten, spezielle Befestigungssysteme und rationelle Montagesysteme in Betracht gezogen werden. Dies lässt sich in Siedlungen aufgrund der großen Stückzahlen weit kostengünstiger als in Einzelobjekten umsetzen.
Seit kurzem gibt es drei Siedlungen mit vorbildhafter Integration der Photovoltaik. Eine vierte ist in Bau (November 1999). Die realisierten Anlagen unterscheiden sich in Größe, Ästhetik, in konstruktiven und technischen Details und in der Art der Gebäudeeigentümerbeteiligung. Bereits 1997 wurden die Anlagen in Bremen und Hettstadt in Betrieb genommen und in diesem Jahr eine Anlage in Amersfoort (NL). Die Solarsiedlung in Gelsenkirchen wird nächstes Jahr fertiggestellt. Die Anlage in Hettstadt bei Würzburg wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Hier bilden die Module die komplette Dachhaut, der Anlagenbetrieb wird von Anfang an messtechnisch begleitet und ausgewertet.

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