
Langzeit-Wärmespeicher und solare Nahwärme
Die realisierten Pilotanlagen bestätigen die technische Machbarkeit solarthermischer Langzeitwärmespeicherung. Die solaren Nutzwärmekosten von Anlagen mit saisonalem Wärmespeicher liegen derzeit jedoch noch weit über den Wärmegestehungskosten aus fossilen Energieträgern. Die Techniken der saisonalen Wärmespeicherung müssen weiterentwickelt und erprobt werden, um die derzeit noch zu hohen Systemkosten zu reduzieren.
Die zeitliche Verschiebung von Solarstrahlungsangebot und Heizwärmebedarf in Mitteleuropa hat dazu geführt, dass Solarenergie vor allem für die Trinkwassererwärmung von Frühjahr bis Herbst genutzt wird. Große Solaranlagen mit saisonalen Wärmespeichern haben die Aufgabe, Solarwärme auch für die Raumheizung im Winter zur Verfügung zu stellen. Saisonale Wärmespeicher sind die zentralen Bausteine der solar unterstützten Nahwärme. Neben Heißwasser-Wärmespeichern aus Beton oder glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) wurden drei weitere Bautypen entwickelt und erprobt: Kies-Wasser-, Erdsonden- und Aquifer-Wärmespeicher. Für jedes dieser vier Speicherkonzepte existiert mindestens eine Pilotanlage.
Seit 1993 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) getragene Programm "Solarthermie-2000" den Bau von Pilot- und Demonstrationsanlagen. Die Begleitforschung sowie die Auswertung des mehrjährigen Messprogramms werden in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen vom Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Universität Stuttgart durchgeführt. Die Erfahrungen aus Planung und Realisierung der Projekte sollen zur Weiterentwicklung und Kostenreduzierung führen. Ziel ist es, beteiligten Partnern und Baufirmen sowie künftigen Investoren technisch ausgereifte und langfristige wirtschaftliche Lösungen zu demonstrieren.

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