Gebäude sanieren - Hochhaus-Wohnanlage
Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre herrschte in zahlreichen Großstädten erheblicher Wohnungsmangel. Daraufhin wurden in den Randlagen der Städte verdichtete Wohnsiedlungen und z. T. völlig neue Stadtteile entwickelt. Mittlerweile ist eine grundlegende Sanierung dieser Wohnhochhäuser notwendig, um den Energieverbrauch zu senken und die Wohnqualität zu verbessern.
In Karlsruhe wurden drei Blöcke einer Hochhausanlage, Baujahr 1969/71 mit 375 Wohnungen saniert. Die Wärmedämmung und die neuen Fenster entsprechen jetzt dem Niedrigenergiehausstandard. Der Wärmeschutz und die Modernisierung der lüftungstechnischen Einrichtungen, der Heizzentrale sowie der Einsatz eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) konnten den Primärenergiebedarf um ca. drei Viertel reduzieren.
Einer der drei 7- bis 12-geschossigen Wohnblöcke mit 147 Wohnungen wurde im Rahmen eines Forschungsvorhabens darüber hinaus mit Einzelraumregelungen zur Heizwärme- und Lüftungssteuerung ausgestattet. In 76 Wohnungen wurden Systeme zweier verschiedener Hersteller installiert. Die Sanierungsarbeiten begannen im Herbst 2000 und dauerten bis Ende 2001. Das anschließende Messprogramm wurde im Frühjahr 2004 abgeschlossen.
Das Projekt wurde im Rahmen des Förderkonzeptes „Energetische Verbesserung der Bausubstanz (EnSan)“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) gefördert. Mit dem Vorhaben sollten praktische Erfahrungen bei der ganzheitlichen Sanierung von Großwohnbauten gesammelt und im Detail dokumentiert werden. Untersucht wurde die energetische Wirkung einzelner Sanierungsund Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere von Einzelraumregelungssystemen und bedarfsabhängiger Wohnraumbelüftung. Die Akzeptanz eines neuen Lüftungs- und Regelungssystems durch die Bewohner und der Einfluss des Nutzerverhaltens auf den Erfolg der Maßnahme waren ebenfalls Gegenstand der Untersuchungen.

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