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Mehr Forschen mit weniger Energie
Projektinfo 02/2004
 

Labor der Phytosphärenforschung in Jülich. Hier werden die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Umwelt untersucht. Oben das Gebäude im unsanierten Zustand und unten nach der Sanierung.
© Solarinstitut Jülich der FH Aachen

Gebäude sanieren - Forschungsinstitut mit Laborbereich

Forschungslabore gehören selbst unter den meist energieintensiven Gebäuden für Bildungseinrichtungen zu den Großverbrauchern. Dies liegt besonders am hohen Energiebedarf der Lüftung, dem Stromverbrauch durch Geräte und Beleuchtung und einer fehlenden Regelung der Einzelräume. Oft fehlen den Betreibern auch genaue Informationen, wie viel Energie ihr Labor verbraucht und welche Möglichkeiten sie haben, den Energieverbrauch zu senken.

Viele Laborgebäude sind im Zuge des Aufbaus von Forschungseinrichtungen in Deutschland zwischen 1950 - 1980 errichtet worden. Den Gebäuden ist die jahrzehntelange Nutzung deutlich anzusehen: die Bausubstanz weist immer mehr Mängel auf und die Gebäudetechnik ist veraltet. Außerdem merkt man den Gebäuden an, dass entsprechend der wechselnden wissenschaftlichen Aufgabenstellungen der Institute die Raumnutzung immer wieder gewechselt hat. Büroräume wurden in Labore umgebaut und umgekehrt.

Bild 1 - bi 0204 01: Labor der Phytosphärenforschung in Jülich. Hier werden die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Umwelt untersucht. Oben das Gebäude im unsanierten Zustand und unten nach der Sanierung.
Copyright: Solarinstitut Jülich der FH Aachen
Bild 2 - bi 0204 02: Ausgewählte Gebäudedaten.
Copyright: BINE Informationsdienst
Bild 3 - bi 0204 03: Thermographie der Kragarme. Die Simulation ergab, dass sie den Heizwärmebedarf des Gebäudes um 11 - 15 MWh/a erhöht haben.
Copyright: Solarinstitut Jülich der FH Aachen
Bild 4 - bi 0204 04: Ausgewählte Gebäudemängel vor der Sanierung.
Copyright: BINE Informationsdienst
Bild 5 - bi 0204 05: Prognose des Energieverbrauchs (Primärenergie) nach der Sanierung.
Copyright: Solarinstitut Jülich der FH Aachen
Bild 6 - bi 0204 06: Nach der Sanierung erscheinen die Institutsflure in einem anderen Licht.
Copyright: Solarinstitut Jülich der FH Aachen
Bild 7 - bi 0204 07: Ausgewählte Kennwerte und Energieverbräuche.
Copyright: BINE Informationsdienst
Bild 8 - bi 0204 08: Jahresenergiebedarf auf Basis von G20-Heizgradtagen und des Testreferenzjahres TRY 02 (* zur Zeit noch keine Hochrechnung auf den Jahreskühlbedarf möglich).
Copyright: BINE Informationsdienst
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Modellhaft wurde die energetische Sanierung eines Labors am „Gebäude 06.2“ im Forschungszentrum Jülich durchgeführt. Es war etwa Mitte der 1960er Jahre als Chemielabor errichtet worden und sollte 2002 für eine zukünftige Nutzung durch das Institut für Phytosphärenforschung modernisiert werden. Vor der Sanierung benötigte das Gebäude etwa 1.200 kWh/m²a Primärenergie. Nach einer Bestandsaufnahme des Gebäudes und Kurzzeit- Verbrauchsmessungen wurde ein Sanierungskonzept entwickelt und umgesetzt. Ziel war, den Primärenergiebedarf um mindestens 50% zu senken. 2003 wurde das Labor wieder bezogen. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Mess- und Optimierungsprogramms werden bis zum Jahr 2005 die Verbrauchsdaten erhoben und ausgewertet.

Die Sanierung des Jülicher Labors ist Teil des ENSAN Forschungsprogramms zur energetischen Verbesserung der Bausubstanz im Rahmen des Zukunfts-Investitionsprogramms (ZIP) der Bundesregierung. ENSAN zielt darauf ab, durch die Entwicklung von Planungsinstrumenten für bei der Altbausanierung zu überwinden. Das Projekt ist gleichfalls integriert in das internationale Verbundprojekt „Retrofitting of Educational Buldings - Energy Concept Adviser for Technical Retrofit Measures“ der Internationalen Energie Agentur IEA (Annex 36).

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