Gebäudehülle
Eine neue Fassade vor den Balkonen der Wohnräume löst zwei Probleme auf einmal die Wärmebrücken der Kragarme verschwinden und die Flächen der von den pflegebedürftigen Bewohnern nicht benutzten Balkone können den Wohnräumen zugeschlagen werden. Dies schafft den Platz, Badezimmernachzurüsten (Abb 3).Die neue Leichtfassade besteht aus einer Holzständerwand mit wärmebrückenminimierten Holzstegträgern. Die Fenster in wärmeschutzoptimierten Holz-Aluminiumrahmen haben eine Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung mit thermisch optimierten Abstandhaltern. Für den hygienisch erforderlichen Luftwechsel in den Bewohnerzimmern sorgen Nachströmöffnungen in den Rahmen. Ein spezieller Beschlag, der während der Heizperiode die Kippstellung verhindert, soll die bisher gängige permanente Kipplüftung vermeiden. Zur Erweiterung und Belichtung der Aufenthaltsbereiche wurden in jedem Geschoss zwei benachbarte Bewohnerzimmer auf der Westseite aufgelöst. Die Nord- und Südfassade erhielten ein 20 cm starkes Wärmedämmverbundsystem. Das Dach, die Decke des unbeheizten Kellers und die Wände der beheizten Kellerräume wurden ebenfalls gedämmt. Alle Wärmeschutzmaßnahmen zusammen reduzieren die Transmissionswärmeverluste des Gebäudes um über 70%.
Stuttgarter Energie-Kontroll-System
Die Stadt Stuttgart betreibt seit 1976 ein systematisches Energiemanagement, um den Energieverbrauch ihrer Liegenschaften zu senken und damit Kosten und Emissionen zu reduzieren. Betriebliche und organisatorische Maßnahmen setzen allerdings möglichst genaue Kenntnisse über den aktuellen Energieverbrauch der Objekte voraus. Stuttgart hat zu diesem Zweck in einem Teil der Liegenschaften ein automatisches Energiekontrollsystem aufgebaut. Es erfasst täglich die Verbrauchsdaten der angeschlossenen Gebäude. Die Werte werden vom System laufend mit den Vorgaben verglichen und die Auswertung an den PC des zuständigen Betreuers weitergeleitet. Unstimmigkeiten werden sofort angezeigt, was eine schnelle Reaktion ermöglicht. Verschiedene Vergleichsmöglichkeiten erlauben außerdem eine differenzierte Aussage über den Energieverbrauch der Gebäude. Die durch das Energiemanagement erzielten Einsparungen betragen auch nach 30 Jahren noch das Fünffache der Aufwendungen. Den größten Teilmacht nach wie vor die Heizkosteneinsparung aus, obwohl die Strom kosten die Energiekosten deutlich dominieren.
Adressen
Projektdurchführung
Stadt Stuttgart - Amt für Umweltschutz
Wissenschaftliche Begleitung
Fraunhofer IBP
Heizkonzept
ebök Ingenieurbüro





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