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Projektinfos  – Energieforschung konkret

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Forschungsarbeiten bestätigen: Die optimale Einbauposition von Fenstern mit hohem Wärmeschutz liegt im raumseitigen ersten Drittel der Dämmung.
© Architekturbüro Dr. Schulze Darup, Nürnberg
Richtige Montage nutzt Qualitätsvorsprung
Projektinfo 10/2003
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Fenster optimal einbauen

Fenstersysteme waren lange Zeit die Schwachstelle in energieeffizienten Gebäuden. Inzwischen sind sehr gut wärmegedämmte Außenwandkonstruktionen, Fensterrahmen und hocheffiziente Verglasungen marktgängige Baukomponenten. Insbesondere Verglasungen konnten in den neunziger Jahren deutlich verbessert werden. Während bei Isolierverglasungen der ersten Generation – häufig noch in Altbauten zu finden – die U-Werte zwischen 2,5 und 3 W/m²K liegen, weisen heute übliche Wärmeschutzverglasungen schon Werte von 1,1 bis 1,6 W/m²K auf. Bei Dreischeiben-Wärmeschutzverglasungen werden Wärmedurchgangskoeffizienten (Ug-Wert) von nur 0,4 bis 0,7 W/m²K erreicht. Diese Werte sind durch die Verwendung von beschichteten Dreischeibenverglasungen, Gasfüllungen und optimierten Isolierglasaufbauten zu erreichen.

Die Fensterrahmen sind lange Zeit hinter dieser Entwicklung zurückgeblieben. Gebräuchliche Rahmen haben Wärmedurchgangskoeffizienten zwischen 1,2 und 2,2 W/m²K. Zusätzliche Wärmeverluste entstehen über den Isolierglasrandverbund. Sie haben bei guten Gläsern einen anteilig größeren Effekt. Abhilfe schaffen hier thermisch getrennte Abstandhalter, die auch schon bei Zweischeiben-Wärmeschutzverglasungen wirtschaftlich sind.

Neben der Reduzierung der Wärmeverluste wird hierdurch die Oberflächentemperatur im Glasrandbereich angehoben, die Gefahr von Tauwasserbildung am Scheibenrand wird reduziert. Inzwischen sind Fenster mit hohem Wärmeschutz für alle Materialgruppen (Holz, Aluminium und Kunststoff) auf dem Markt verfügbar. Ein tiefer Glaseinstand ist inzwischen wichtiges Merkmal dieser Fenster. Die Entwicklung hochwertiger Bauteile allein reicht jedoch nicht aus. Auch die Integration des Fensters in den Baukörper, d.h. die Montage, bedarf der vollen Aufmerksamkeit hinsichtlich Planung und konstruktiver Ausführung. In der Baupraxis gibt es hier große Mängel.

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Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) wurden mit Beteiligung von insgesamt 11 Industriepartnern aus den Bereichen Verglasung, Fensterbau sowie Holz- und Massivwand die wärmetechnischen Eigenschaften hochwärmedämmender Fensterkonstruktionen und die Gebrauchstauglichkeit verschiedener Rahmenprofile untersucht. Der Praxistest soll zu sinnvoller Produktauswahl und richtigem Einbau verhelfen. Denn alle Anstrengungen bei der Verbesserung der Verglasungsqualität und des Fensterrahmens können durch eine ungünstige Einbausituation größtenteils zunichte gemacht werden.

Merkzettel

Adressen

Projektleitung, Koordinierung
ift Rosenheim GmbH

Forschungspartner
Passivhaus Institut

Forschungspartner
BTU Cottbus

Hinweis

Dieses Projektinfo ist derzeit vergriffen, als PDF-Download jedoch verfügbar