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Heizölverbrauch in zentralbeheizten Mietwohnungen 1970 – heute. Die Rechtecke geben den gesetzlichen Standard für Neubauten wieder (Wärmeschutzverordnungen).

Spareffekte verschiedener baulicher Sanierungsmaßnahmen in Altbauten. Die Werte sind als Richtwerte zu verstehen.

Wärme im Haushalt

In der privaten Energiebilanz ist das Beheizen der Wohnung der größte Posten. Abb. 6 zeigt den Verlauf des durchschnittlichen Ölverbrauchs der zentralbeheizten Mietwohnungen. Für den Zeitraum ab 1970 sind folgende Trends ablesbar: Der durchschnittliche Heizwärmebedarf sinkt. Die verschiedenen gesetzlichen Maßnahmen, z. B. für den Energiestandard von Neubauten und sanierten Altbauten, zeigen Wirkung. Hier kamen wichtige Impulse aus Forschungsprojekten, u. a. zu den Mehrkosten bei Niedrigenergiebauweise. Gut zu erkennen ist auch der Einfluss der politischen Rahmenbedingungen, wie der Ölpreiskrisen.

Am effektivsten lässt sich der Heizwärmebedarf durch eine umfassende Wärmedämmung, eine Erneuerung der Fenster und eine Heizungsmodernisierung senken. Abb. 7 gibt einen Überblick, in welchem Umfang die einzelnen Maßnahmen zur Einsparung beitragen können. Die größten Möglichkeiten zum Energieeinsparen bestehen in Gebäuden, die vor 1995 errichtet worden sind (oder: mehr als 100 kWh/m²a für Beheizung verbrauchen). Durch eine Gebäudesanierung mit einer mindestens 12 cm starken Außendämmung, Fenstern mit Wärmeschutzverglasung, moderner Brennwertheizung sowie Dämmmaßnahmen an Dach und Kellerdecke kann in bestehenden Gebäuden der Heizenergieverbrauch um etwa 40 – 70% gesenkt werden. Gleichzeitig steigt auch der Wohnkomfort durch die wärmeren Innenwände und Fußböden. Derart grobe Richtwerte reichen für eine Einzelplanung nicht aus. Hier empfiehlt es sich vor Ort mit einem erfahrenen Planer eine detaillierte Analyse der Schwachstellen eines Gebäudes vorzunehmen und eine Prioritätenliste sinnvoller Maßnahmen zu erarbeiten. Sowohl für diese Beratung als auch die Sanierungsmaßnahmen existieren öffentliche Förderprogramme.

Häufig ist eine Kombination von Energiesparmaßnahmen mit anderen Modernisierungen attraktiv. Wenn ohnehin die Fassade neu gestrichen werden muss, ist auch eine zeitgleiche Dämmung der Außenwand günstiger zu haben. Der Heizwärmebedarf lässt sich auch durch ein bewussteres Lüften und eine angepasste Raumtemperatur senken – bezogen auf die Durchschnittstemperatur führt jedes Grad Celsius weniger zu 6% Einsparung. Beim Lüften neigen viele Menschen besonders im Frühjahr und Herbst dazu, Fenster dauerhaft in Kippstellung zu lassen. In ungedämmten Gebäuden verursacht Lüftung ca. 20% der Wärmeverluste, bei Niedrigenergiehäusern wegen des besseren Wärmedämmstandards sogar 50%. Um Wasserdampf, Schadstoffe und Gerüche energiesparend aus der Raumluft zu entfernen, reicht es aus, etwa einmal pro Stunde bei abgestellten Heizkörpern das Fenster für 5 – 10 Minuten ganz zu öffnen. Auch mechanische Belüftungsanlagen mit und ohne Wärmerückgewinnung können die Lufthygiene energiesparend und komfortabel gewährleisten.

 
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