Stromsparen im Alltag
Die entscheidende Maßeinheit für die Stromrechnung ist die Kilowattstunde (kWh). Verbraucher bezahlen ihren Stromversorger dafür, dass eine bestimmte elektrische Leistung über einen Zeitraum genutzt wird. Wichtig bei der Analyse des Stromverbrauchs ist: Welche Leistung nimmt ein Gerät auf [Watt]? Wie viele Stunden ist es in Betrieb? Ein 1000-Watt-Fön, der täglich 5 Minuten gebraucht wird, trägt ca. 30 kWh zur Jahresstromrechnung bei; ein Elektrowecker mit 10 Watt, der ständig läuft, verursacht ca. 88 kWh.
Abb. 5 zeigt die Einsparmöglichkeiten für elektrischen Strom im Haushalt. Bereits durch kleine Verhaltensänderungen und geringe Investitionen lassen sich beträchtliche Einsparerfolge erzielen. Gerade bei Elektrogeräten vergessen Verbraucher oft, dass sie nicht nur die Anschaffung sondern auch den dann folgenden Stromverbrauch bezahlen müssen. Über die gesamte Nutzungsdauer sind diese Kosten bei vielen Geräten höher als der eigentliche Kaufpreis. Oft ist es daher wirtschaftlich, beim Kauf eines besonders energiesparenden Gerätes erst mal einen Aufpreis zu akzeptieren und dafür auf Dauer vom niedrigeren Stromverbrauch zu profitieren.
Für große Haushaltsgeräte besteht eine Kennzeichnungspflicht über ihre Energieeffizienz (Kategorien A–G). Viele Geräte erfüllen mittlerweile die Kategorie- A- Bedingungen. Es lohnt sich, mittels der jährlich aktualisierten Liste „Besonders sparsame Haushaltsgeräte“, sich eines der besten unter vielen guten Geräten auszuwählen. Die Zahl „moderner“ Geräte zur Unterhaltung oder Kommunikation in Haushalten (z. B. Computer, Anrufbeantworter, Videorekorder u. ä.) ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele sind den ganzen Tag in Betrieb und lassen sich oft nicht mehr komplett ausschalten, z. B. wegen Komfort oder Datenverlust. Je nach Geräteausstattung liegt diese Leerlauf- Leistung in einer Größenordnung von 50 – 100 Watt je Haushalt. Bereitschaftszeiten (Stand- By- Betrieb) sind für ca. 5% des deutschen Stromverbrauchs verantwortlich. Geräte ohne echten Ausschalter sollten, wo immer es möglich ist, z. B. durch schaltbare Mehrfachstecker vom Netz getrennt werden. Identifizieren lassen sie sich durch eine fühlbare, leichte Erwärmung bei Nichtgebrauch oder eine einfache Verbrauchsmessung. Bei den Geräten, wo ein Stand-By-Betrieb zur Datensicherung oder ständigen Erreichbarkeit nicht zu vermeiden ist, sollten bei Neuanschaffung die Stand- By- Verluste ein wichtiges Kaufkriterium sein. Bei Fernsehgeräten liegt die Bandbreite der Werte hierfür beispielsweise zwischen 0,1 und 20 Watt (vgl. Abb. 4).
Ziel ist, dass alle Elektrogeräte künftig den Stand-By-Modus mit 1 Watt Leistungsaufnahme gewährleisten können. Eine wichtige Orientierungshilfe für den Kauf energiesparender Geräte zur Unterhaltung oder Kommunikation bietet die „Gemeinschaft Energielabel Deutschland“, die eine aktuelle Liste der 25 % sparsamsten Geräte herausgibt (s. S. 4).




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